Wunderschön und grausam zugleich
»Sie wird niemals mehr sein als eine Sklavin. Eine Gefangene. Deine, meine, ihre eigene. Wem ihr Leben gehört, ist völlig egal, aber dass sie niemals frei sein wird, ist todsicher.«
Erzählt wird ausschließlich aus der Perspektive von Lio. Sie ist mutig, entschlossen, aber auch verletzlich – nur hat sie gelernt, diese Seite niemals zu zeigen. Im Besitz eines Sklavenhändlers, als heimatlose Waise ohne Erinnerung an ihre Vergangenheit, ist sie den mächtigen Männer dieser Welt ausgeliefert und seit Jahren gefangen. Gerade zu Beginn zeigt sie sich als eine geschickte, schlaue Kämpferin, die sich jedoch ihrem Schicksal ergeben hat. Umso spannender wird es, als sich ihr ein Ausweg bietet, der dann doch ganz anders verläuft, als ein unverschämter Bandit ihre Fluchtmöglichkeit vernichtet. Gerade die dynamischen Anfänge und die ersten dreihundert Seiten haben mir besonders gefallen, bevor sich eine Vertrautheit in der Gruppe einstellt. Magdalena Gammel schreibt so flüssig und zugänglich, dass man sich in den bildreichen und atmosphärischen Beschreibungen verlieren kann. In jeder freien Minute habe ich weitergelesen, weil es amüsant und spannend geschrieben ist, und ich immer wieder dabei sein wollte, wenn sich neue Schauplätze auftun.
Der Auftakt von «Tale of Sun and Night» hebt sich besonders durch klassische Elemente wie den erbarmungslosen Krieg in Aurikalos und die Heldenreise hervor. Die Reisegruppe durchquert Wüsten, Wälder und Gebirge, wird gejagt, voneinander getrennt und muss bedrohliche Gefahren überwinden, was alle zusammenschweißt. Aus den Verbündeten werden Freunde und die anfängliche Abneigung von Lio und Izan verwandelt sich in starke Anziehung, die auch immer wieder von den Freunden humorvoll kommentiert wird. Die sarkastischen Bemerkungen von Nyxan sind besonders auflockernd, wobei sein Beitrag überhaupt ein echter Gewinn ist. Er wird viele Fans finden. Vertrauen ist ein wichtiges Thema, denn das Paar weiß eigentlich nichts voneinander. »Ich wusste nicht, wer er wirklich war, was er vorhatte, gegen was oder für wen er überhaupt kämpfte und warum.« Romantik, körperliche Nähe und episch gehauchte Versprechen statt Ehrlichkeit und Kommunikation. Dadurch bleibt es spannend, aber meinem Empfinden nach machte das die Charaktere umauthentisch und schablonenhaft für das Romantsy Genre, in der es kaum noch Abweichungen gibt, um den gewünschten Tropes zu entsprechen. Allerdings kann man Lio´s persönliche Entwicklung gut nachvollziehen, die sich immer wieder verloren fühlt angesichts ihres Gedächtnisverlustes und ihrer schmerzhaften Gefangenschaft. »Nichts von dem, was uns angetan wurde, lässt sich rückgängig machen. Doch wer wir einst waren, wird uns nicht helfen, zu werden, wer wir sein könnten.«
Darüberhinaus gab es ein paar Längen, die die Handlung nicht weitergebracht haben, die man aber verzeihen kann.
Auf der Karte im hinteren Vorsatz ist die Reise gut nachvollziehbar und auch das Glossar war hilfreich, um die orientalisch angehauchte Welt und ihre Fantasiewesen besser zu überblicken. Generell ist die Buchgestaltung ein Highlight. Die Geschichte spielt in einer Welt, reich an magischen Elementen und Legenden, in der kein Lebewesen ohne Traumstaub existieren kann und Zeit ein dehnbares Konzept darstellt. Ich hoffe, dass der Traummagie und dem Worldbuilding in der Fortsetzung noch mehr Raum gegeben wird, denn die hat mich besondres fasziniert.
Im Buch befindet sich ein QR-Code, der zu einem spicy Bonuskapitel weiterleitet. Die Idee finde ich richtig toll, denn ich brauche keine expliziten Beschreibungen, aber mir hätte es besser gefallen, wenn das Kapitel abgedruckt gewesen wäre, sodass es für immer zugänglich und nutzbar ist. Bei einer Kennzeichnung, die ich sehr sinnvoll finde, ist es dann jedem selbst überlassen, ob man das Bonuskapitel überspringt.
Der Cliffhanger ist schon etwas gemein und würde mich definitiv dazu bringen, die Fortsetzung zu lesen. Nach dem, im Auftakt vor allem Geheimnisse angedeutet, spannend ausgebaut und schlussendlich aufgelöst wurden, bietet ein zweiter Teil, der darauf aufbauen wird, viel Potenzial, und ich bin zumindest neugierig, wie es weitergeht.
Erzählt wird ausschließlich aus der Perspektive von Lio. Sie ist mutig, entschlossen, aber auch verletzlich – nur hat sie gelernt, diese Seite niemals zu zeigen. Im Besitz eines Sklavenhändlers, als heimatlose Waise ohne Erinnerung an ihre Vergangenheit, ist sie den mächtigen Männer dieser Welt ausgeliefert und seit Jahren gefangen. Gerade zu Beginn zeigt sie sich als eine geschickte, schlaue Kämpferin, die sich jedoch ihrem Schicksal ergeben hat. Umso spannender wird es, als sich ihr ein Ausweg bietet, der dann doch ganz anders verläuft, als ein unverschämter Bandit ihre Fluchtmöglichkeit vernichtet. Gerade die dynamischen Anfänge und die ersten dreihundert Seiten haben mir besonders gefallen, bevor sich eine Vertrautheit in der Gruppe einstellt. Magdalena Gammel schreibt so flüssig und zugänglich, dass man sich in den bildreichen und atmosphärischen Beschreibungen verlieren kann. In jeder freien Minute habe ich weitergelesen, weil es amüsant und spannend geschrieben ist, und ich immer wieder dabei sein wollte, wenn sich neue Schauplätze auftun.
Der Auftakt von «Tale of Sun and Night» hebt sich besonders durch klassische Elemente wie den erbarmungslosen Krieg in Aurikalos und die Heldenreise hervor. Die Reisegruppe durchquert Wüsten, Wälder und Gebirge, wird gejagt, voneinander getrennt und muss bedrohliche Gefahren überwinden, was alle zusammenschweißt. Aus den Verbündeten werden Freunde und die anfängliche Abneigung von Lio und Izan verwandelt sich in starke Anziehung, die auch immer wieder von den Freunden humorvoll kommentiert wird. Die sarkastischen Bemerkungen von Nyxan sind besonders auflockernd, wobei sein Beitrag überhaupt ein echter Gewinn ist. Er wird viele Fans finden. Vertrauen ist ein wichtiges Thema, denn das Paar weiß eigentlich nichts voneinander. »Ich wusste nicht, wer er wirklich war, was er vorhatte, gegen was oder für wen er überhaupt kämpfte und warum.« Romantik, körperliche Nähe und episch gehauchte Versprechen statt Ehrlichkeit und Kommunikation. Dadurch bleibt es spannend, aber meinem Empfinden nach machte das die Charaktere umauthentisch und schablonenhaft für das Romantsy Genre, in der es kaum noch Abweichungen gibt, um den gewünschten Tropes zu entsprechen. Allerdings kann man Lio´s persönliche Entwicklung gut nachvollziehen, die sich immer wieder verloren fühlt angesichts ihres Gedächtnisverlustes und ihrer schmerzhaften Gefangenschaft. »Nichts von dem, was uns angetan wurde, lässt sich rückgängig machen. Doch wer wir einst waren, wird uns nicht helfen, zu werden, wer wir sein könnten.«
Darüberhinaus gab es ein paar Längen, die die Handlung nicht weitergebracht haben, die man aber verzeihen kann.
Auf der Karte im hinteren Vorsatz ist die Reise gut nachvollziehbar und auch das Glossar war hilfreich, um die orientalisch angehauchte Welt und ihre Fantasiewesen besser zu überblicken. Generell ist die Buchgestaltung ein Highlight. Die Geschichte spielt in einer Welt, reich an magischen Elementen und Legenden, in der kein Lebewesen ohne Traumstaub existieren kann und Zeit ein dehnbares Konzept darstellt. Ich hoffe, dass der Traummagie und dem Worldbuilding in der Fortsetzung noch mehr Raum gegeben wird, denn die hat mich besondres fasziniert.
Im Buch befindet sich ein QR-Code, der zu einem spicy Bonuskapitel weiterleitet. Die Idee finde ich richtig toll, denn ich brauche keine expliziten Beschreibungen, aber mir hätte es besser gefallen, wenn das Kapitel abgedruckt gewesen wäre, sodass es für immer zugänglich und nutzbar ist. Bei einer Kennzeichnung, die ich sehr sinnvoll finde, ist es dann jedem selbst überlassen, ob man das Bonuskapitel überspringt.
Der Cliffhanger ist schon etwas gemein und würde mich definitiv dazu bringen, die Fortsetzung zu lesen. Nach dem, im Auftakt vor allem Geheimnisse angedeutet, spannend ausgebaut und schlussendlich aufgelöst wurden, bietet ein zweiter Teil, der darauf aufbauen wird, viel Potenzial, und ich bin zumindest neugierig, wie es weitergeht.