Ein gutes Buch

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a.dreamer Avatar

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Ich hatte dieses Buch schon lange auf meiner Leseliste. Und ich muss sagen: Ich mochte "Taumeln" richtig gern. Es geht um Verlust. Hoffnung. Resignation. Und eben die Gemeinschaft. Es las sich ziemlich gut in beinahe einem Rutsch durch.

Kurzer Inhaltsüberblick: Hannah ist verschwunden. Und das schon seit zwei Jahren. Ihre Schwester Luisa und eine feste Gruppe gehen seither jeden Samstag gemeinsam in den Wald. Neben den Suchaktionen werden die Charaktere peu á peu näher beleuchtet. Allen voran Luisa und ihre Familie. Aber auch alle anderen erhalten im Laufe der Geschichte ein detaillierteres Gesicht. Jeder von ihnen ist aus einem bestimmten Grund bei der Suche dabei. Taumelt im Leben.

Die Geschichte ist melancholisch, und dabei so wunderbar feinfühlig geschrieben. Mit dem richtigen Blick für innere Vorgänge. Zwischenmenschliches. Hier und da ziehen sich zwar die Suchaktionen. Aber dank der Verknüpfung mit den (Lebens-)Geschichten der einzelnen Protagonisten, wird es absolut stimmig. Der Roman hat keinen besonderen Spannungsbogen, er ist langsam und ergreifend.

Im Übrigen ist es nicht immer so, dass mich viele Handlungsstränge oder Erzählperspektiven begeistern können. "Treppe aus Papier" habe ich aus diesem Grund tatsächlich abgebrochen, das jedoch nur am Rande. Aber über eine Sache müssen wir noch reden (Achtung, kleiner Spoiler): Offene Enden? Finde ich großartig. Weil sie noch mal stark zum Nachdenken anregen. Aber ein bissl fertig machen sie mich auch.