Reise in die historische Zeit

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blubb2303 Avatar

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„Territorium“ hat mich vor allem deshalb beeindruckt, weil es Geschichte nicht trocken erzählt, sondern sehr lebendig und emotional werden lässt. Sabrina Janesch nimmt einen mit nach Hawai‘i im Jahr 1893 – in eine Zeit, in der die scheinbare Idylle längst Risse bekommen hat und die Unabhängigkeit des Landes auf dem Spiel steht.

Besonders die drei Frauen im Mittelpunkt haben mir gefallen. Königin Liliʻuokalani, Gertrude Wolf und Emma Nāwahī könnten unterschiedlicher kaum sein, und trotzdem verbindet sie eine tiefe Freundschaft und vor allem die Liebe zu Hawai‘i. Ich fand es spannend zu erleben, wie jede von ihnen mit der politischen Situation und der drohenden Veränderung umgeht. Dabei geht es nicht nur um Geschichte, sondern auch um Mut, Loyalität, Freundschaft und die Frage, wie weit man bereit ist zu gehen, wenn das, woran man glaubt, bedroht wird.

Die Atmosphäre des Romans hat mich ebenfalls sehr gepackt. Man spürt die Schönheit Hawai‘is, aber gleichzeitig liegt von Anfang an etwas Bedrohliches über der Geschichte. Gerade dieser Gegensatz hat für mich einen besonderen Reiz ausgemacht.

Was mir besonders im Gedächtnis geblieben ist, ist die Frage nach Freiheit und Selbstbestimmung. Wie viel kann ein einzelner Mensch bewirken, wenn die politischen Kräfte gegen ihn stehen? Und wann kämpft man weiter – und wann muss man sich eingestehen, dass man etwas nicht mehr aufhalten kann?

Für mich war „Territorium“ eine beeindruckende und bewegende Reise in eine historische Zeit, über die ich vorher gar nicht so viel wusste. Ein bildgewaltiger Roman über ein Land, das um seine Identität kämpft, und über drei außergewöhnliche Frauen, deren Freundschaft in einer schwierigen Zeit auf die Probe gestellt wird. Ein Buch, das mich nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken gebracht hat.