Ausflug ins Hawaii des 19. Jahrhunderts

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buecherseipi Avatar

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Um ehrlich zu sein, hatte ich Hawaii bisher eher mit Traumstränden, Palmen und Urlaub in Verbindung gebracht. Aber wie jedes andere Land der Welt hat auch Hawaii eine Vergangenheit. Dass das Archipel mal ein eigenständiges Königreich war und die Annexion durch die USA eine ganz andere Geschichte erzählt, war mir so tatsächlich nicht bewusst. Der Klappentext und das wunderschöne Cover haben mich aber überzeugt!

Allerdings hatte das Buch auch seine Momente, bei denen ich mich durchbeißen musste. Gerade die politischen und militärischen Themen waren für mich teilweise schon ziemlich viel. Strategien, Machtspielchen und wer jetzt warum genau welchen Schritt plant… das hat sich zwischendurch wirklich ganz schön gezogen und ich musste mich ganz schön motivieren, nicht aufzugeben.

Dran geblieben bin ich eigentlich eher wegen dem Schreibstil und weil mich die Perspektiven der starken Frauen – wie auf dem Klappentext versprochen – sehr interessiert haben. Mit Königin Lili’ukolani, deren politischer Beraterin Gertrude Wolf und der Journalistin und Hawaiierin Emma Nāwahī klang das wirklich vielversprechend.

Leider sind die drei meiner Meinung nach allerdings etwas zu kurz gekommen. Anhand des Klappentextes bin ich irgendwie davon ausgegangen, dass ihre Stärke und die Freundschaft deutlich mehr im Mittelpunkt stehen würden. Tatsächlich spielen sie zwar eine wichtige Rolle, aber gerade von ihrer Dynamik hätte ich mir noch mehr gewünscht. Interessant sind sie nämlich definitiv. Sie gehen ganz unterschiedlich mit der Situation und der drohenden Veränderung ihrer Heimat um und genau diese verschiedenen Sichtweisen haben mir gut gefallen. Hier gibt es nämlich nicht einfach nur richtig oder falsch. Jede Entscheidung hat ihre Konsequenzen, mit denen man schlussendlich umgehen muss.

Genau diese Zerrissenheit fand ich richtig gut. Denn was macht man, wenn die eigene Heimat bedroht wird? Kämpft man, egal was es kostet? Oder gibt man nach, um möglichst viele Menschen zu schützen? Und wie weit darf man überhaupt gehen, wenn man eigentlich genau das retten möchte, was man liebt?
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Unterm Strich war „Territorium“ ein ziemlich interessanter Ausflug in eine Geschichte, mit der ich mich vorher überhaupt nicht beschäftigt hatte. Nicht alles habt bei mir gleich gut funktioniert und bei den politischen und strategischen Passagen musste ich mich teilweise ziemlich konzentrieren. Dafür fand ich die historischen Hintergründe spannend und die unterschiedlichen Sichtweisen haben mir einiges zum Nachdenken gegeben. Nicht ganz das Buch, dass ich erwartet hatte, aber definitiv eines, aus dem ich viel mitgenommen habe.

Eine Empfehlung für alle, die gern historische Begebenheiten aus der Romanperspektive nacherleben wollen.