Der Verlust der Unabhängigkeit
Der historische Roman spielt in der Zeit der letzten Königin Hawaiis. Die USA drohen, den Inselstaat zu annektieren. Der Leser begleitet die Königin, deren Deutschlehrerin und eine Journalistin in den politischen Wirren dieser Epoche. Der Leser muss Geduld und Aufmerksamkeit mitbringen, viele Personen, komplizierte Namen und die vielseitigen Interessenskonflikte fordern Konzentration. Wer einfache Literatur sucht, ist hier falsch. Wer aber ein bildgewaltiges Drama mit authentischem Hintergrund zu schätzen weiß, erfährt hier nicht nur viel über die Menschen des scheinbaren Paradieses und über das erzwungene Ende einer unabhängigen Monarchie, sondern erlebt auch die Ränkespiele der Groß- und Kolonialmächte. In Zeiten eines Donald Trump, der ebenfalls andere Länder beansprucht und mehr als fragwürdige geopolitische Entscheidungen trifft, ist dieser Roman so aktuell, wie er nur sein kann. Geschichte wiederholt sich und aus Fehlern scheint die Menschheit nicht zu lernen. Fein zeichnet die Autorin ein Bild einer zerrissenen Gemeinschaft, getrieben von Macht und Gier werden die Einwohner der Insel zum Spielball. Die Sätze der Autorin sind ein Genuss, verschachtelt, tiefgründig und immer ganz nah an den Personen. Man fühlt sich auf diese Insel und in diese Zeit versetzt. Fiktion vermischt sich vorzüglich mit wahren Begebenheiten. Ein großartiger Roman, intelligent, vielschichtig, aber wie gesagt auch fordernd.
Dies ist eine Privatrezension, ohne KI erstellt. Kopie, auch in Auszügen, unterliegt dem Urheberrecht.
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