Ein Stück Geschichte, von dem ich kaum etwas wusste

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privee1234 Avatar

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Bei „Territorium“ hat mich vor allem überrascht, wie wenig ich vorher über die Geschichte Hawaiʻis wusste. Dass das Land einmal eine eigene Monarchie hatte und wie diese 1893 gestürzt wurde, war mir in dieser Form nicht bekannt. Genau deshalb fand ich die Geschichte von Anfang an interessant!
Besonders gut gefallen haben mir die drei Frauen, die im Mittelpunkt stehen: Königin Liliʻuokalani, ihre deutsche Vertraute Gertrude Wolf und die Journalistin Emma Nāwahī. Sie erleben dieselben politischen Ereignisse aus unterschiedlichen Positionen und müssen immer wieder entscheiden, wie weit sie für ihre Überzeugungen gehen wollen. Dadurch geht es nicht nur um Politik, sondern auch um Freundschaft, Loyalität und die Frage, was Heimat eigentlich bedeutet.
Die Atmosphäre Hawaiʻis wird sehr bildhaft beschrieben. Gleichzeitig zeigt der Roman aber auch deutlich, dass hinter der schönen Landschaft ein harter Kampf um Macht, Land und wirtschaftliche Interessen stattfindet. Diesen Gegensatz fand ich gelungen.
Ganz leicht zu lesen war das Buch für mich allerdings nicht immer. Es gibt viele politische Zusammenhänge, Namen und hawaiianische Begriffe, bei denen ich manchmal etwas genauer lesen musste.
Trotzdem habe ich „Territorium“ gerne gelesen! Ein wirklich guter Sommer Lesestoff.