Hawaii – Territorium – Historisch gesehen und fiktiv ergänzt

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evaki22 Avatar

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Einen großen Roman hat Sabrina Janesch mit Territorium aufgelegt. Neben dem landschaftlichem, botanischem und sprachlichem Reichtum erfahren wir auch vom Sog, den dieses Land als Kolonie hatte. Wir erfahren über deutsche Zuckerbarone, englische Handelshäuser, amerikanisches Militär und Männern, die besessen nach Macht, Geld, Land und Wohlstand sind. Von starken Frauen und deren Willen eine besondere Naturlandschaft mit ihren Ureinwohnern zu erhalten.
Auf 480 Seiten führt Janesch uns in ein historisches Hawaii in das Jahr 1893. Zur Erklärung werden erstmal Stadtplan von Downtown Honolulu und Details der Buchten von O’ahu gezeigt. Alle Akteure des Romans aufgelistet und erklärt. Beides ist für den ahnungslosen Leser unerlässlich, wenn er sich in dieses Buch begibt. Anzumerken sei, dass Hawaii, damals Hawaii-Territorium genannt wurde.
Zu meiner großen Begeisterung spielen Frauen eine wichtige Rolle, und zwar an vorderster Stelle die Deutschlehrerin, Gertrude Wolf, auch Medium und Beraterin der Königin. Die Journalistin Emma Nawahi, auch Gesellschaftsdame und letztlich die Königin selbst, Lili’uokalani, die ihrem verstorbenen Bruder auf den Thron nachfolgte. Diese kluge Frau gründete mehrere Schulen, damit jungen hawaiianischen Frauen eine ordentliche Ausbildung und Erziehung genossen. Ihre Vorliebe galt der Musik und so komponierte Sie, vor ihrer Zeit als Königin, über 100 Lieder und Musikstücke.
Davon erfahren wir im Buch leider weniger, denn womit wir konfrontiert werden, ist die Annexion Hawaiis von Amerika, Kampf zwischen Hawaiis Royalisten und Unabhängigkeitsverfechtern gegen Putschisten und Annexionsbefürwortern.
Wen wundert’s da, wenn im fiktiven Part Ähnlichkeiten mit aktuellen Akteuren zu finden sind.
Wer noch mehr Einstimmung braucht, dem empfehle ich das berühmteste Lied von Lili’uokalani, das Aloha’Oe.