Kampf ums Paradies – wie die USA Hawai’i annektierten

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pippilotta_jen Avatar

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„Territorium“ von Sabrina Janesch ist ein anspruchsvoller Roman – kein Buch, das man nebenbei liest. Hervorragend recherchiert, aber teilweise schwer zugänglich.

Durch die Augen dreier starker Frauencharaktere – der Königen Lili’uokalani, ihrer deutschen Vertrauten Gertrude Wolf und der Journalistin Emma Nāwahī – wird die Geschichte der Annexion Hawai’is durch die USA um 1890 erzählt.
Doch obwohl das Buch explizit mit diesen starken Frauenfiguren wirbt, wird deren Perspektive immer wieder durch zahlreiche Nebenfiguren durchbrochen.
Die Erzählperspektive wechselt von Kapitel zu Kapitel, was es teilweise sehr schwer macht richtig Zugang zu der Geschichte zu bekommen. Statt sich richtig auf die Charaktere einlassen zu können und eine Bindung zu ihnen aufzubauen, entsteht eine gewisse Distanz.

Janeschs Recherche ist allerdings beeindruckend. Die Ereignisse sind detailreich rekonstruiert und es wird deutlich, wie viel Arbeit in diesem Buch steckt. Besonders hilfreich fand ich die Auflistung der handelnden Personen mit kurzer Beschreibung am Anfang des Buches. So kann man immer mal wieder nachschlagen, um wen es gerade geht, wenn man den Überblick über die zahlreichen Charaktere verliert.

Leider musste ich nach einem Blick in das Kleingedruckte mit Bedauern feststellen, dass die Umschlagillustration mit Midjourney erstellt wurde. Da ich zunächst durch das Cover auf das Buch aufmerksam wurde, finde ich es sehr schade, dass es sich hierbei um KI handelt.

Auch wenn „Territorium“ nichts für Leser ist, die leichte, unterhaltsame Kost suchen, so ist es ein Buch mit sehr viel Tiefe, Liebe zum Detail und eine Hommage an starke Frauen und die Geschichte Hawai’is.