Lili’uokalani

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löwenmäulchen25 Avatar

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Epilog I

„Dieser Roman schöpft aus historischen Ereignissen, ist inspiriert von den Biografien realer Personen und lebt von der Freiheit der Fiktion“

Epilog II

„Wie stiehlt man ein Land? Folgt man dem amerikanischen Rezept der letzten Tage, so nehme man zu gleichen Teilen Manipulation des Kabinetts, Unterwanderung des Militärs, Außerkraftsetzung der Verfassung und die auf dem Fuße folgende Ausrufung einer provisorischen Regierung, deren Vertreter weder gewählt noch anderswie legitimiert sind. Das Ganze würzt man mit Schamlosigkeit, Vetternwirtschaft und zum unguten Schluss mit einer Reise nach Washington, um sich und sein Diebesgut den USA anzudienen. Wessen Machthunger dann noch immer nicht gestillt ist, dem bliebe, Gott bewahre, der Sturm auf Kapitol“ Seite 28 / 29
Emma Nawahi, Journalistin in Oahu

(nein, wir sprechen nicht von den USA in den Jahren 2020 bis 2026, sondern von der Besetzung der hawaiischen Inselgruppe 1893)
Und siehe ‚Epilog I – historische Ereignisse verknüpft mit Fiktion‘. Doch die Kolumne von Emma N., eine der drei Hauptfiguren im Roman, könnte tatsächlich dem Heute entspringen. Scheint sich in dem Verhalten US-amerikanischer Okkupation nichts geändert zu haben.
Der Roman folgt in spannender Weise den Betrachtungen und Handlungen einiger auf den hawaiischen Inseln ansässigen Bewohnern (einheimische Hawaiier, sogenannte Halfbreed - ein Elternteil hawaiisch, der andere aus anderen Erdteilen - und Kolonialisten). Interessanterweise werden viele Deutsche aufgeführt. Und in der Tat, da ich längere Zeit in Hawaii gelebt habe, führen die Museen, die sich mit der Kultur und Geschichte Hawaiis beschäftigen viele deutsche Spuren auf. Die Kolonialisten sind überwiegend sehr reich, beuten das hawaiische Land aus (so wie die Vorfahren der Dole, bekannt durch Bananen, die auf Hawaii die Ananaskönige waren) und erhoffen sich von der Annexion weitere monetären Vorteile. Die Menschen hawaiischer Abstammung, auch die mit einem Elternteil, wollen sich gegen die Absetzung der Königin und Annexion wehren. Durch die Beschreibungen und in den Gesprächen der wichtigen Handlungspersonen lässt sich auch viel zur hawaiischen Kultur, Flora und Fauna erfahren.

Und höchst interessant die Schlussbetrachtung und Danksagungen der Autorin Sabrina Janesch. Erst dann bemerkte ich, dass ich ein anderes sehr gutes Buch von ihr kenne: Sibir

Ich habe einen sehr persönlichen Bezug zu Hawaii: Für mich, die ich beruflich viel in der Welt unterwegs war, ist die hawaiische Inselgruppe im Pazifik einer der schönsten Orte dieser Welt. Der Ursprung, die Vulkaneruptionen, die das Land geformt haben. Die einzigartige Tier- und Pflanzenwelt, die weil so weit weg von anderen Erdmassen, für sich etwas Besonderes geblieben ist und auch zum Glück heute streng kontrolliert wird. Die Menschen, also die Einheimischen Hawaiier, sind unglaublich spannende Menschen, ihre Liebe zu Lili’uokalani auch heute noch tagtäglich zu spüren. Ihre Kultur ist sehr inspirierend. Ich habe bereits viele tolle Bücher zu Hawaii gelesen. Das Vorliegende reiht sich ein in diese Riege der sehr guten Hawaii – Lektüren.
Leider kann ich es meinen Freundinnen in Hawaii nicht empfehlen, noch keine Übersetzung vorhanden, aber allen anderen empfehle ich das Buch wärmstens!