Schöne Insel, faszinierende Geschichte
Ich muss zugeben, dass mein Wissen über Hawaii auf Basis eines Kurses an der Uni zum Thema Melting Pot und Essen als Basis von Kultur, Lilo & Stitch und durch Hawaii Five-O zustande kommt. Deshalb fand ich das Thema Hawaii im Übergang von Königreich zu US-Territorium durchaus interessant, um einen neuen Aspekt kennenzulernen.
Territorium, so der Titel des Buches von Sabrina Janesch, ist dabei durchaus ein Spoiler, nun gut, ungefähr so wie Titanic. Sabrina Janesch dürfte einige durch ihr Buch Die goldene Stadt bekannt sein, für das sie den LWL-Literaturpreis, den Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis in 2017 gewonnen hat. Territorium ist Anfang September bei Rowohlt Berlin erschienen und dürfte einige inhaltlich durchaus überraschen.
Das Buch
Territorium startet auf Hawaii im Jahr 1893. Während in Honolulu der Handel floriert und die Palmen sich noch immer im Passatwind wiegen, kämpfen mächtige amerikanische Geschäftsleute um die Vorherrschaft über das Inselreich. Die hawaiische Monarchie soll fallen, die Königin entmachtet, Hawaii Teil der Vereinigten Staaten werden. Was als politischer Machtkampf beginnt, wird zum Kampf um Heimat, Identität und Selbstbestimmung. Drei Frauen stehen im Vordergrund und geraten mitten hinein in diesen Umbruch. Lili‘uokalani, die letzte Königin Hawaiis, weigert sich, ihr Land kampflos preiszugeben. An ihrer Seite steht Gertrude Wolf, eine Deutsche, die auf den Inseln eine neue Heimat gefunden hat und zwischen Loyalität, Herkunft und den politischen Fronten gerät. Als letzte haben wir Emma Nāwahī, Journalistin und unbeirrbare Stimme des Widerstands, die ihre Feder gegen die Mächtigen einsetzt. Ihre Wege kreuzen sich in einer Zeit, in der Freundschaften plötzlich politisch werden und jede Entscheidung Konsequenzen hat. Während sich die Ereignisse zuspitzen und Hawaii seiner gewaltsamen Annexion entgegentaumelt, müssen die drei Frauen herausfinden, wem ihre Loyalität gilt und wie weit sie bereit sind zu gehen, um das zu bewahren, was ihnen Heimat bedeutet. Neben den Frauen gibt es auch einen Mann, der eine wichtige Rolle spielt. Carl Widemann, der Sohn des einflussreichen Politikers Herrman Widemann und wichtiger Beamter im Finanzministerium. Beides übrigens auch real existierende Personen. Letzterer setzte sich in den USA für die Unabhängigkeit Hawaiis ein. Ersterer schloss sich im Buch dem Widerstand an und spielt keine geringere Rolle als die drei Frauen.
Handwerkliches
Ich gebe zu, ich habe viel über Hawaii und den Einfluss Preußens gelernt. Gerade letzteres hat mich wirklich überrascht und ich werde sicher das eine oder andere Buch über Hawaii in Buchhandlungen nur langsam wieder ablegen können, um darüber mehr zu erfahren. Dieser Lerneffekt und das Erwachen des Interesses geschahen aber nicht in der Form eines Geschichtsbuches, sondern in Form einer spannenden Geschichte mit tollen Prota- und Antagonist*innen. Hilfreich war auch die tolle Umgebung, die vor dem geistigen Auge lebendig wurde. Die Geschichte lies mich mitfiebern, obwohl ich das Ende bereits kannte. Das Ende des Widerstands, nicht aber das Ende der Protagonist*innen. Gerade die Kombination aus Historizität und Erfindung der Geschichte wegen wurden hier perfekt verpackt. Hier wurde handwerklich alles richtig gemacht. Sabrina Janesch hat mit dem Buch einen neuen Fan gewonnen.
Fazit
Ich habe mit wenig Vorwissen über Hawaii begonnen und mit deutlich mehr Interesse an seiner Geschichte aufgehört. Territorium schafft es, historische Fakten, Fiktion und eine lebendige Atmosphäre zu einer spannenden Geschichte zu verbinden, ohne dabei wie ein Geschichtsbuch zu wirken. Besonders der Einfluss Preußens hat mich überrascht und neugierig auf mehr gemacht. Trotz des bekannten historischen Ausgangs konnte mich die Geschichte mit ihren tollen Figuren und der lebendig beschriebenen Umgebung mitfiebern lassen. Für mich eine gelungene Mischung aus Geschichte und Spannung.
Territorium, so der Titel des Buches von Sabrina Janesch, ist dabei durchaus ein Spoiler, nun gut, ungefähr so wie Titanic. Sabrina Janesch dürfte einige durch ihr Buch Die goldene Stadt bekannt sein, für das sie den LWL-Literaturpreis, den Annette-von-Droste-Hülshoff-Preis in 2017 gewonnen hat. Territorium ist Anfang September bei Rowohlt Berlin erschienen und dürfte einige inhaltlich durchaus überraschen.
Das Buch
Territorium startet auf Hawaii im Jahr 1893. Während in Honolulu der Handel floriert und die Palmen sich noch immer im Passatwind wiegen, kämpfen mächtige amerikanische Geschäftsleute um die Vorherrschaft über das Inselreich. Die hawaiische Monarchie soll fallen, die Königin entmachtet, Hawaii Teil der Vereinigten Staaten werden. Was als politischer Machtkampf beginnt, wird zum Kampf um Heimat, Identität und Selbstbestimmung. Drei Frauen stehen im Vordergrund und geraten mitten hinein in diesen Umbruch. Lili‘uokalani, die letzte Königin Hawaiis, weigert sich, ihr Land kampflos preiszugeben. An ihrer Seite steht Gertrude Wolf, eine Deutsche, die auf den Inseln eine neue Heimat gefunden hat und zwischen Loyalität, Herkunft und den politischen Fronten gerät. Als letzte haben wir Emma Nāwahī, Journalistin und unbeirrbare Stimme des Widerstands, die ihre Feder gegen die Mächtigen einsetzt. Ihre Wege kreuzen sich in einer Zeit, in der Freundschaften plötzlich politisch werden und jede Entscheidung Konsequenzen hat. Während sich die Ereignisse zuspitzen und Hawaii seiner gewaltsamen Annexion entgegentaumelt, müssen die drei Frauen herausfinden, wem ihre Loyalität gilt und wie weit sie bereit sind zu gehen, um das zu bewahren, was ihnen Heimat bedeutet. Neben den Frauen gibt es auch einen Mann, der eine wichtige Rolle spielt. Carl Widemann, der Sohn des einflussreichen Politikers Herrman Widemann und wichtiger Beamter im Finanzministerium. Beides übrigens auch real existierende Personen. Letzterer setzte sich in den USA für die Unabhängigkeit Hawaiis ein. Ersterer schloss sich im Buch dem Widerstand an und spielt keine geringere Rolle als die drei Frauen.
Handwerkliches
Ich gebe zu, ich habe viel über Hawaii und den Einfluss Preußens gelernt. Gerade letzteres hat mich wirklich überrascht und ich werde sicher das eine oder andere Buch über Hawaii in Buchhandlungen nur langsam wieder ablegen können, um darüber mehr zu erfahren. Dieser Lerneffekt und das Erwachen des Interesses geschahen aber nicht in der Form eines Geschichtsbuches, sondern in Form einer spannenden Geschichte mit tollen Prota- und Antagonist*innen. Hilfreich war auch die tolle Umgebung, die vor dem geistigen Auge lebendig wurde. Die Geschichte lies mich mitfiebern, obwohl ich das Ende bereits kannte. Das Ende des Widerstands, nicht aber das Ende der Protagonist*innen. Gerade die Kombination aus Historizität und Erfindung der Geschichte wegen wurden hier perfekt verpackt. Hier wurde handwerklich alles richtig gemacht. Sabrina Janesch hat mit dem Buch einen neuen Fan gewonnen.
Fazit
Ich habe mit wenig Vorwissen über Hawaii begonnen und mit deutlich mehr Interesse an seiner Geschichte aufgehört. Territorium schafft es, historische Fakten, Fiktion und eine lebendige Atmosphäre zu einer spannenden Geschichte zu verbinden, ohne dabei wie ein Geschichtsbuch zu wirken. Besonders der Einfluss Preußens hat mich überrascht und neugierig auf mehr gemacht. Trotz des bekannten historischen Ausgangs konnte mich die Geschichte mit ihren tollen Figuren und der lebendig beschriebenen Umgebung mitfiebern lassen. Für mich eine gelungene Mischung aus Geschichte und Spannung.