Über die Annexion eines Paradieses
Zuerst hat mich das wunderschöne Cover angezogen, welches ich nicht direkt mit dem Titel in Verbindung bringen konnte. So war meine Neugier geweckt. Als ich dann las, worum es geht, wurde selbige stärker. Ein Buch über starke Frauen, über die Geschichte eines Landes, das oftmals verklärt und verzerrt dargestellt wurde. Der Schreibstil hat mir auch sehr gut gefallen, zunächst die ungewöhnliche Verwendung der zweiten Person im Prolog, die schönen und bildreichen Formulierung. Ich wollte dieses Buch unbedingt lesen!
Am Ende blieb leider wenig von dieser Begeisterung übrig. Vor allem, wenn ich das Buch als das betrachte, was es eigentlich sein soll: ein Roman über starke Frauen. Unzweifelhaft hat Sabrina Janesch sehr ausführlich und umfassend recherchiert. Das zeigen nicht nur die vielfältigen Details, welche sie der Leserschaft präsentiert, sondern auch die zahlreichen hawaiischen Ausdrücke und Redewendungen. Hier zeigt sich die Stärke des Buches, welche mich anfangs so begeistert hat. Ergänzt durch einen schön gestalteten Stadtplan im Vordruck und einer Übersichtskarte im Nachdruck sowie einer Personenübersicht, die es erleichtern soll, bei all den auftretenden Protagonist*innen die Übersicht zu behalten. Ich musste mehrfach darauf zurückgreifen, denn es treten eine Menge Personen auf.
Und hier beginnt auch schon das Problem. Janesch gelingt es leider nicht, sich von den historischen Details zu lösen. Ich bin mir sicher: alles, was sie zu Papier gebracht hat, lässt sich mit historischen Quellen belegen. Aber das ist gar nicht der Anspruch, den ich an einen Roman habe. Eine wissenschaftliche Arbeit braucht belegbare Quellen, ein Roman hingegen benötigt eine starke Handlung, lebendige Charaktere und eine fesselnde Erzählweise. All das war hier aus meiner Sicht nicht gegeben. Die Handlung zog sich immer wieder wie Kautschuk und die Erzählweise mit zahlreichen Perspektivwechseln brachte keinerlei Spannungsbogen hervor. Ich musste mich regelrecht zwingen, das Buch immer wieder zur Hand zu nehmen. Dabei lese ich durchaus historische Sachbücher, Ethnografien oder Dokumentationen. Dass hier der Funke nicht übersprang, liegt wahrscheinlich auch an der Vielzahl an Personen. Entgegen dem Klappentext stehen weder Königin Lili‘uokalani, noch ihre deutsche Beraterin Gertrude Wolf noch die Journalistin Emma Nāwahī im Mittelpunkt, sondern alle historischen Protagonisten. Die Königin kommt nur sehr selten vor, die anderen Frauen spielen eine Rolle, aber eben nicht die besonders herausgehobene, die ich erwartet hätte.
Empfehlen würde ich das Buch nur Menschen, die sich wirklich intensiv mit dem historischen Hintergrund beschäftigen wollen. Ich vergebe ⭐⭐⭐für die Rechercheleistung, aber nur ⭐⭐für den Roman als literarisches Werk.
Am Ende blieb leider wenig von dieser Begeisterung übrig. Vor allem, wenn ich das Buch als das betrachte, was es eigentlich sein soll: ein Roman über starke Frauen. Unzweifelhaft hat Sabrina Janesch sehr ausführlich und umfassend recherchiert. Das zeigen nicht nur die vielfältigen Details, welche sie der Leserschaft präsentiert, sondern auch die zahlreichen hawaiischen Ausdrücke und Redewendungen. Hier zeigt sich die Stärke des Buches, welche mich anfangs so begeistert hat. Ergänzt durch einen schön gestalteten Stadtplan im Vordruck und einer Übersichtskarte im Nachdruck sowie einer Personenübersicht, die es erleichtern soll, bei all den auftretenden Protagonist*innen die Übersicht zu behalten. Ich musste mehrfach darauf zurückgreifen, denn es treten eine Menge Personen auf.
Und hier beginnt auch schon das Problem. Janesch gelingt es leider nicht, sich von den historischen Details zu lösen. Ich bin mir sicher: alles, was sie zu Papier gebracht hat, lässt sich mit historischen Quellen belegen. Aber das ist gar nicht der Anspruch, den ich an einen Roman habe. Eine wissenschaftliche Arbeit braucht belegbare Quellen, ein Roman hingegen benötigt eine starke Handlung, lebendige Charaktere und eine fesselnde Erzählweise. All das war hier aus meiner Sicht nicht gegeben. Die Handlung zog sich immer wieder wie Kautschuk und die Erzählweise mit zahlreichen Perspektivwechseln brachte keinerlei Spannungsbogen hervor. Ich musste mich regelrecht zwingen, das Buch immer wieder zur Hand zu nehmen. Dabei lese ich durchaus historische Sachbücher, Ethnografien oder Dokumentationen. Dass hier der Funke nicht übersprang, liegt wahrscheinlich auch an der Vielzahl an Personen. Entgegen dem Klappentext stehen weder Königin Lili‘uokalani, noch ihre deutsche Beraterin Gertrude Wolf noch die Journalistin Emma Nāwahī im Mittelpunkt, sondern alle historischen Protagonisten. Die Königin kommt nur sehr selten vor, die anderen Frauen spielen eine Rolle, aber eben nicht die besonders herausgehobene, die ich erwartet hätte.
Empfehlen würde ich das Buch nur Menschen, die sich wirklich intensiv mit dem historischen Hintergrund beschäftigen wollen. Ich vergebe ⭐⭐⭐für die Rechercheleistung, aber nur ⭐⭐für den Roman als literarisches Werk.