Highschool Jahr aus diversen Perspektiven mit Tiefgang

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Von der Bestsellerautorin Elin Hilderbrand und ihrer Tochter Shelby Cunninghamstammt eine wunderbare Hommage an das vorletzte Highschool Jahr – mit Höhen, Tiefen, Dramen und einer Prise Rom-Com. Sandra Voss verleiht den Figuren Lebendigkeit und führt uns kurzweilig durch die rund 14 Stunden Hörbuch.

The Academy erzählt vom Internat Tiffin-Academy, gelegen irgendwo im Nirgendwo von North Carolina. Schulleiterin Audre Robinson hat mehr zu verlieren als nur den neu errungenen zweiten Platz im Ranking der besten Internate. Durch eine App gelangen gut gehütete Geheimnisse auf den Campus, und die Frage lautet: Wer ist als Nächstes betroffen, und welche Geheimnisse bleiben verborgen? Hinter den einzelnen Geschichten zieht sich als roter Faden der Suizid einer Schülerin. Aus der Sicht ihrer besten Freundin und ihres Freundes liegt der Schwerpunkt vor allem auf der Trauerbewältigung.

Besonders gelungen wirken die unterschiedlichen Perspektiven und Schreibstile. Die Erwachsenen erscheinen eher verkopft, bedacht auf den guten Ruf der Schule oder verstrickt in persönliche Beziehungen, Geheimnisse und Tragödien. Die Schüler hingegen suchen die Anerkennung ihrer Peer-Group, reizen Regeln aus, genießen festliche Schulveranstaltungen und erleben eine von außen betrachtete Rom-Com-Story. Das Ganze kommt ohne übermäßigen Kitsch aus und überzeugt durch liebenswerte Selbstkritik. Jeder Schüler bringt eigene Themen mit, die mit Wertschätzung und der nötigen Tiefe behandelt werden. Im Vordergrund steht nicht das Drama, sondern die Charakterentwicklung – und genau das macht den Reiz aus.

Diese Draufsicht auf die Geschichten gefällt mir am meisten. Zwar ist manches vorhersehbar, doch insgesamt ist die Handlung sehr stimmig umgesetzt. Nur das Ende bleibt offen und deutet an, dass es einen weiteren Band geben könnte. Meines Wissens ist dieser bisher nicht angekündigt, doch einige Plot Twists sind noch nicht aufgelöst, und das finale Bild – so schön es auch ist – markiert nicht das letzte Highschool Jahr.

Der Roman eignet sich besonders für alle, die Highschool-Filme lieben, sich aber bereits ein Stück weit entwachsen fühlen. Er bietet eine teils unterhaltsame, teils realistische Darstellung der Figuren. Der Schreibstil ist in der dritten Person gehalten, und man merkt, dass die Bestsellerautorin Elin Hilderbrand auch Netflix-Serien schreibt – an manchen Stellen wirkt die Erzählweise sehr filmisch.