Ein dunkler Ausflug weit außerhalb meiner Komfortzone
Eigentlich ist das gar nicht meine Ecke: Dark Fantasy mit Ritualen, Folter und expliziter Gewalt würde ich sonst eher meiden, die Triggerwarnung am Anfang hat mich auch erst mal eher abgeschreckt. Trotzdem hat mich die Leseprobe überrascht. Der Prolog mit dem Magister, dem Ritual und dem gefesselten Mädchen ist hart zu lesen, aber sehr bildhaft erzählt – ich hatte die Szene sofort vor Augen und war gleichzeitig angeekelt und neugierig. Richtig gepackt hat mich dann der Wechsel auf den Campus: Ellsbeth mitten unter Erstsemestern, ihre Obsession mit Arkaner Methodik, die Mails an Rawlins, seine ziemlich schroffe Antwort. Da geht es plötzlich weniger um Splatter und mehr um Schuld, Ehrgeiz, Trauer und die Frage, wer überhaupt geeignet ist, mit Macht umzugehen. Der Stil liest sich flüssig, die Dialoge haben Witz, und die Welt wirkt gut gebaut – nur eben sehr, sehr düster. Für mich ist das Buch kein „Ich-kuschel-mich-auf-das-Sofa“-Titel, sondern ein bewusster Ausflug in ein Genre, das mich normalerweise überfordert. Gerade deswegen würde ich gern weiterlesen, aber mit der Bereitschaft, bei den härteren Stellen Pausen einzulegen.