Unter Kontrolle

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evaerl Avatar

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Elsbeth Hale möchte den Tod ihrer Schwester endlich verstehen und stößt dabei auf eine geheimnisvolle Form der Magie, die auf Ritualen und uraltem Wissen basiert. Gemeinsam mit dem etwas verschlossenen Rawlins entwickelt sie neue Theorien über das Magiesystem und gerät dabei immer tiefer in ein Netz aus Geheimnissen, Forschung und Gefahren. Je mehr sie entdecken, desto deutlicher wird, dass hinter der Magie weit mehr steckt, als zunächst vermutet.

Dieses Buch hat mich definitiv überrascht. Ich hätte am Anfang überhaupt nicht damit gerechnet, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln würde. Man sollte allerdings wissen, dass das Buch viele Theorien, komplexe Zusammenhänge und ein sehr ausgearbeitetes Magiesystem enthält. Wer wirklich jedes Detail nachvollziehen möchte, muss aufmerksam lesen. Mich hat das aber überhaupt nicht gestört. Im Gegenteil, es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, die Entwicklungen nach und nach mitzuerleben.

Besonders gut gefallen hat mir, dass die Geschichte aus zwei Perspektiven erzählt wird, nämlich aus der von Elsbeth Hale und Rawlins. Dadurch konnte man beide Figuren sehr gut kennenlernen und ihre Gedanken nachvollziehen. Auch den E Mail Verkehr zwischen den beiden fand ich richtig gelungen. Gerade dort kam ihr Humor besonders gut zur Geltung und hat die Geschichte immer wieder aufgelockert.

Das Magiesystem fand ich ebenfalls sehr spannend. Anfangs wirkte die Magie auf mich noch ziemlich klein und eingeschränkt. Die Rituale schienen nur kurzfristige Effekte zu haben und ich hatte zunächst das Gefühl, dass sie gar nicht so bedeutend sind. Mit jeder neuen Erkenntnis und jedem neuen Ritual gewann die Magie jedoch immer mehr an Tiefe und Bedeutung. Dadurch wurde sie für mich als Leserin immer faszinierender.

Elsbeth Hale war mir von Anfang an sehr sympathisch. Der Tod ihrer Schwester hat sie stark geprägt und ich konnte ihre Motivation, mehr über die Magie und ihre Möglichkeiten herauszufinden, sehr gut nachvollziehen. Anfangs wirkt sie eher schüchtern, doch sie entwickelt sich im Laufe der Geschichte enorm weiter und wächst immer mehr über sich hinaus.

Mit Rawlins musste ich dagegen erst warm werden. Zu Beginn wirkte er auf mich etwas überheblich und distanziert. Je mehr man jedoch über seine Vergangenheit erfährt, desto besser konnte ich seine Entscheidungen und sein Verhalten verstehen. Dadurch wurde auch er mit der Zeit zu einem Charakter, den ich wirklich gerne begleitet habe.

Auch die Beziehung zwischen Elsbeth und Rawlins hat mir sehr gut gefallen. Sie entwickelt sich in einem angenehmen Tempo. Nichts wirkt überstürzt, aber auch nicht unnötig in die Länge gezogen. Dadurch fühlten sich ihre Gefühle füreinander authentisch an und besonders das Ende hat deutlich gemacht, dass ihre Verbindung weit über eine rein platonische Beziehung hinausgeht.

An manchen Stellen empfand ich das Buch zwar als etwas langatmig, doch spätestens im letzten Viertel hat die Geschichte enorm an Fahrt aufgenommen. Viele Theorien, die ich mir während des Lesens aufgebaut hatte, wurden komplett auf den Kopf gestellt. Statt vorhersehbarer Auflösungen kamen immer neue Überraschungen ans Licht, wodurch die Spannung bis zum Schluss erhalten blieb.

Das Ende hat mich zunächst etwas frustriert, doch die allerletzte Seite hat vieles noch einmal in ein anderes Licht gerückt und mich schließlich mit einem guten Gefühl zurückgelassen.

Insgesamt hat mich The Arcane Arts mit seinem außergewöhnlichen Magiesystem, den interessanten Charakteren und den unerwarteten Wendungen positiv überrascht. Wer komplexe Fantasy mit viel Forschung, Geheimnissen und einer sich langsam entwickelnden Liebesgeschichte mag, sollte dem Buch definitiv eine Chance geben.