Auf den Spuren verdeckter Wahrheiten
Mit „The Artist: Die Farben des Lichts“ gelingt Lucy Steeds ein atmosphärisch herausragender Roman über Kunst, Verdrängung und stille Emanzipation. Die Geschichte führt ins sommerliche Hinterland Frankreichs, wo der unbedarfte Journalist Joseph die Geheimnisse des legendären Malers Tartuffe zu lüften sucht und dabei auf dessen Nichte Ettie trifft.
Die Autorin zeichnet mit präzisen, poetischen Metaphern ein beinahe spürbares Bild der trockenen Hitze und der kargen Abgeschiedenheit. Im steten Wechsel zwischen Josephs und Etties Perspektive enthüllen sich verdrängte Kriegstraumata und schmerzhafte Biografien. Während der Künstler Tartuffe selbst unnahbar und zunehmend unsympathisch bleibt, wächst einem die im Schatten gehaltene Ettie ans Herz. Ihr stiller Kampf um Bildung und Identität in einer Welt, die ihr jeglichen Raum verwehrt, bildet das Herzstück des Romans.
Trotz einer gewissen Vorhersehbarkeit im Plot überzeugt das Werk durch seinen enormen Sog und eine Sprache, die lange nachhallt.
Die Autorin zeichnet mit präzisen, poetischen Metaphern ein beinahe spürbares Bild der trockenen Hitze und der kargen Abgeschiedenheit. Im steten Wechsel zwischen Josephs und Etties Perspektive enthüllen sich verdrängte Kriegstraumata und schmerzhafte Biografien. Während der Künstler Tartuffe selbst unnahbar und zunehmend unsympathisch bleibt, wächst einem die im Schatten gehaltene Ettie ans Herz. Ihr stiller Kampf um Bildung und Identität in einer Welt, die ihr jeglichen Raum verwehrt, bildet das Herzstück des Romans.
Trotz einer gewissen Vorhersehbarkeit im Plot überzeugt das Werk durch seinen enormen Sog und eine Sprache, die lange nachhallt.