Beeindruckendes Debüt

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noiram Avatar

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„The Artist – Die Farben des Lichts“ von Lucy Steeds ist ein Buch über Kunst, Krieg, Sehnsüchte, Liebe, Kontrolle, Emanzipation, Abhängigkeit und Freiheit.
​Inhaltlich führt uns die Reise nach St. Auguste, wo der junge Journalist Joseph ein Porträt über den berühmten, völlig zurückgezogen lebenden Künstler Edouard Tartuffe – genannt „Tata“ – schreiben soll. In dessen abgelegenem Haus trifft er neben dem Maler auch auf dessen Nichte Ettie. Tartuffe entpuppt sich als cholerisch mürrisch und kontrollsüchtig. Joseph, gefühlvoll und unsicher, der die Ungerechtigkeiten der Welt sieht, wirkt oft etwas verloren. Hinter Ettie, die sich im Zusammenleben mit ihrem Onkel fast unsichtbar durch das Haus bewegt, verbirgt sich eine sehr kluge Frau, deren Weg in diesem Buch zeigt, dass Freiheit nicht immer einfach ist, wenn man sie nie kennengelernt hat.
Lucy Steeds schreibt wunderbar, teils fast poetisch. Man hat die Landschaften direkt vor Augen und möchte die Bilder, die im Buch entstehen, am liebsten selbst sehen. Die Geschichte schrammt manchmal ganz leicht am Kitsch vorbei, aber damit kann man in der Gesamtgeschichte gut leben.
​Es ist ein eher leiser Roman, der zum Ende etwas Fahrt aufnimmt, ein Roman mit schöner Sprache und sehr bildlicher Darstellung.