Ein Buch über Kunst und menschliche Zwänge und die Flucht
Ein wenig Skepsis war dabei, als ich “The Artist” erstmals in den Händen hielt. Es ist ein Roman mit historischem Hintergrund, wobei die meisten handelnden Personen Fiktion sind. Es geht um einen Maler in Südfrankreich nach dem ersten Weltkrieg, welcher einsam mit seiner Nichte in einem Bauernhaus lebt. Dieser Maler, Tartuffe genannt ist ein herausragender Künstler, aber menschlich kaum alleine lebensfähig. Die Zweiergemeinschaft wird durch den Besuch des Kunstjournalisten Joseph Adelaide ziemlich durcheinander gewirbelt und die Geheimnisse offenbaren sich mit jeder weiter gelesenen Seite. Lucy Steeds Sprache ist wie das Licht, welches Edouard Tartuffe immer wieder versucht einzufangen und welches sich ihm entzieht. Genauso schreibt Steeds diesen Roman. Mal denkt man als Leserin oder Leser, nun hat man die Lösung bzw. ein Rätsel aufgedeckt und in den nächsten Seiten verschwindet es wieder im Schatten. Ein Buch, in welchem die Handlungen wunderbar in Szene gesetzt sind, die Protagonisten Ettiee, Tartuffe und Joseph mit ihren eigenen Geheimnissen und Schwierigkeiten wunderbar gezeichnet sind. Ein - so fand und finde ich - sehr vergnüglicher Lesegenuss.