Ein Künstlerroman voller Licht und misogynen Schatten
Der Prolog des Romans hat mich sofort neugierig gemacht. Die angedeuteten Geheimnisse rund um eine weibliche Protagonistin und die dramatische Einstiegsszene haben bei mir die Erwartung geweckt, eine interessante und vielleicht überraschende Geschichte über eine Frau zu lesen, die in einer von Männern dominierten Kunstwelt ihren eigenen Weg sucht. Umso ernüchternder war für mich der weitere Verlauf, denn das Buch konnte meine Erwartungen leider nicht erfüllen.
Der Roman spielt größtenteils in der Provence der 1920er-Jahre. Die Protagonisten bewegen sich zwischen Atelier, Leinwänden und glühender südfranzösischer Sommerhitze. Gerade die Beschreibungen des künstlerischen Schaffens – das Arrangieren von Motiven, das Spiel mit Licht und das Auftragen von Farbe – gehören für mich zu den stärksten Momenten des Buches.
Leider begleiten wir über viele Seiten zunächst vor allem zwei männliche Figuren: den egozentrischen, cholerischen und offen misogynen Maler Tata sowie Joseph, der als gescheiterter Kunststudent und Journalist oft selbstmitleidig auf mich wirkte. Die Gedanken (oder Taten) beider kreisen häufig um sich selbst, ihre Kunst oder ihren beruflichen Erfolg. Das war auf Dauer anstrengend und stellenweise langweilig.
Ettie, die mich von Anfang an am meisten interessiert hat, bleibt lange im Hintergrund. Erst nach etwa hundert Seiten bekommen wir langsam Zugang zu ihr. Wie so oft in der Geschichte der Kunst ist sie die Frau hinter dem erfolgreichen Mann: Sie organisiert, korrespondiert und hält ihm den Rücken frei – auf Kosten ihrer eigenen Entfaltung.
Besonders hängen geblieben ist bei mir eine Szene, in der Tata und seine männlichen Gäste darüber diskutieren, warum es kaum berühmte Künstlerinnen gebe. Ihr Fazit: „Wenn die Frauen so gut wären wie die Männer, hätten sie schon längst zum Pinsel gegriffen.“ Diese und ähnliche Szenen waren schwer zu ertragen, weil die Misogynie darin so unverblümt sichtbar wird. Gleichzeitig muss man der Autorin zugutehalten, dass sie hier historische – und teilweise bis heute bestehende – Machtstrukturen sehr deutlich sichtbar macht.
Viele Szenen des alltäglichen Zusammenlebens im Künstlerhaus wiederholen sich jedoch in ähnlichen Dynamiken immer wieder, was für erhebliche Längen sorgt. Auch die Entwicklung der Beziehung zwischen Ettie und Joseph sowie einige ihrer vergangenen Erlebnisse, die im Rückblick erzählt werden, wirkten auf mich stellenweise vorhersehbar und klischeehaft. Gerade im Mittelteil musste ich mich immer wieder motivieren weiterzulesen.
Am Ende bleibt für mich ein Roman mit starken Themen, schöner Atmosphäre und einer guten Rahmenhandlung (Prolog und letzter von vier Teilen) – aber auch mit Figuren und Passagen, die mich emotional oft eher auf Distanz gehalten haben.
Der Roman spielt größtenteils in der Provence der 1920er-Jahre. Die Protagonisten bewegen sich zwischen Atelier, Leinwänden und glühender südfranzösischer Sommerhitze. Gerade die Beschreibungen des künstlerischen Schaffens – das Arrangieren von Motiven, das Spiel mit Licht und das Auftragen von Farbe – gehören für mich zu den stärksten Momenten des Buches.
Leider begleiten wir über viele Seiten zunächst vor allem zwei männliche Figuren: den egozentrischen, cholerischen und offen misogynen Maler Tata sowie Joseph, der als gescheiterter Kunststudent und Journalist oft selbstmitleidig auf mich wirkte. Die Gedanken (oder Taten) beider kreisen häufig um sich selbst, ihre Kunst oder ihren beruflichen Erfolg. Das war auf Dauer anstrengend und stellenweise langweilig.
Ettie, die mich von Anfang an am meisten interessiert hat, bleibt lange im Hintergrund. Erst nach etwa hundert Seiten bekommen wir langsam Zugang zu ihr. Wie so oft in der Geschichte der Kunst ist sie die Frau hinter dem erfolgreichen Mann: Sie organisiert, korrespondiert und hält ihm den Rücken frei – auf Kosten ihrer eigenen Entfaltung.
Besonders hängen geblieben ist bei mir eine Szene, in der Tata und seine männlichen Gäste darüber diskutieren, warum es kaum berühmte Künstlerinnen gebe. Ihr Fazit: „Wenn die Frauen so gut wären wie die Männer, hätten sie schon längst zum Pinsel gegriffen.“ Diese und ähnliche Szenen waren schwer zu ertragen, weil die Misogynie darin so unverblümt sichtbar wird. Gleichzeitig muss man der Autorin zugutehalten, dass sie hier historische – und teilweise bis heute bestehende – Machtstrukturen sehr deutlich sichtbar macht.
Viele Szenen des alltäglichen Zusammenlebens im Künstlerhaus wiederholen sich jedoch in ähnlichen Dynamiken immer wieder, was für erhebliche Längen sorgt. Auch die Entwicklung der Beziehung zwischen Ettie und Joseph sowie einige ihrer vergangenen Erlebnisse, die im Rückblick erzählt werden, wirkten auf mich stellenweise vorhersehbar und klischeehaft. Gerade im Mittelteil musste ich mich immer wieder motivieren weiterzulesen.
Am Ende bleibt für mich ein Roman mit starken Themen, schöner Atmosphäre und einer guten Rahmenhandlung (Prolog und letzter von vier Teilen) – aber auch mit Figuren und Passagen, die mich emotional oft eher auf Distanz gehalten haben.