Ein Leben in Farbe

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moma58 Avatar

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Schon beim Titel der Rezension überlegte ich zwischen "Das Ungeheuer", "Der Meister des Lichts" oder, wie gewählt "Ein Leben in Farbe". Letzteren Titel habe ich Ettie, meiner Lieblingsfigur in diesm Roman gewidmet. Mit seinen über 370 Seiten hebt sich dieser Debütroman von Lucy Steeds von der breiten Masse an Büchern ab. Schon der Schreibstil begeistert. Poetisch, spannend, fesselnd und mit einer Kraft, die während des Lesens beeindruckt. Dieser Roman hat Sogwirkung.

Zum Inhalt: Wir schreiben das Jahr 1920. Mitten in der Provence lebt Édouard Tartuffe, der legendäre Maler, zurückgezogen mit seiner Nichte Ettie in einem alten Bauerhaus. Der Journalist Joseph Adelaide nutzt die Chance seines Lebens, ihn interviewen zu dürfen. Er reist dafür nach Frankreich und erlebt einen unvorstellbaren Sommer ...

Ab jetzt beginnt eine beindruckende Geschichte, die sich wie ein Gemälde entwickelt und wie ein Puzzle Stück für Stück und Seite für Seite zusammensetzt. Kraftvoll und mit einer ungeahnten Intensität beschreibt die Autorin das Leben von Ettie. Der Maler selbst: Eine Mischung aus größenwahnsinnigem Genie, Tyrann und Säufer - alleine lebensunfähig. Die rätselhafte Ettie: Die Frau in seinen Fängen, die um ihre Befreiung mit ihren Mitteln kämpft. Und mittendrin Joseph, der alles versucht um Ettie für sich zu gewinnen. Es ist nicht nur eine Lebensgeschichte, die hier erzählt wird. Es ist eine Mischung aus Liebes-, Kunst- und Kriegsgeschichte sowie Milieustudie. Es sind die Beschreibungen, die berauschen und die diesen Roman (samt seinen Nebenfiguren und -schauplätzen) zu etwas Besonderem machen.

Fazit: Unbedingt lesenswert, weil so besonders, so ergreifend, so geheimnisvoll ge- und beschrieben. Für mich bis jetzt das absolute Lesehighlight 2026 und dafür auch eine Leseempfehlung und 5 Sterne.