Ein wundervoller Roman!
1920. Der junge Kunst-Journalist Joseph Adelaide ist eingeladen, den als exzentrisch und eigenwillig bekannten Maler Edouard Tartuffe für das Magazin The Inkling zu interviewen. Dieser lebt gemeinsam mit seiner jungen Nichte Ettie zurückgezogen hinter den Feldern des abgelegenen Dorfes Saint-Auguste im Süden Frankreichs. Tartuffe hat bei Josephs Eintreffen auf dem Gut jedoch wenig Lust, Fragen zu beantworten und die beiden schließen einen Deal: Joseph sitzt Model für ein Gemälde und darf den Künstler im Gegenzug für seinen Artikel beobachten. Die junge Ettie assistiert dabei auf sehr Stille und zurückgezogene Art und Weise in den Vorbereitungen und im Hintergrund.
Nachdem der erste Artikel sowohl für Joseph aber noch mehr für Tata (so darf Joseph Tartuffe im Vertrauen nun nennen) erfolgreich war, beschließt der junge Journalist, auf dem Gut des Künstlers für weitere Schreibarbeit zu verweilen. Seine Faszination gilt mittlerweile aber nicht mehr nur alleine den Kunstwerken sondern auch Ettie, die ihm die Augen geöffnet hatte, um die Bilder ihres Onkels zu verstehen. Und Ettie, ja die hat ihre ganz eigene Leidenschaft, mit der sie selbst gesehen werden will, raus aus ihrem Schattendasein möchte und die Mauern zur Welt rund um Saint-Auguste auf ihre sanfte Art einzureißen versucht.
Das Buch ist in vier Bereiche unterteilt und ich habe fast einen ganzen Abschnitt / ca. 100 Seiten gebraucht, bis ich richtig in der Geschichte eingetaucht war, da die männliche Dominanz zu Beginn der Handlung sehr stark ist. Spätestens aber der Besuch vier amerikanischer Kunstexperten auf dem Künstlergut drehen die Handlung in eine ganz neue Richtung. Genau hierin lag auch meine große Hoffnung: Dass das Buch nicht lediglich von einem exzentrischen, männlichen Künstler handelt, sondern auch Ettie als weibliche Protagonistin in der Handlung stark werden lässt und sie emanzipieren wird. Dies ist dramaturgisch äußert gut gelungen.
Malerisch an ‚The Artist‘ ist nicht nur das Thema Kunst sondern auch die Worte der Autorin Lucy Steeds. Sie beschreibt mit ihren Worten keine Szenen sondern malt diese in gewisser Weise durch ihre Sprache. Bereits in ihrem Epilog streut die Autorin eine Szene in die Handlung ein, die sich als Gedanke im Verlauf des Buches festigen kann, ohne sich zu offensichtlich aufzudrängen und zu einem eigenen Kunstwerk entwickeln wird. Ettie sucht sich im Rahmen gegebener Möglichkeiten ihren Weg und ihre Befreiung, um gesehen zu werden und das für das Jahr 1920 bereits auf doch progressive Weise. Dafür versucht sie selbst den renommierten Künstler Tartuffe um eine wichtige Farbe in seinen Gemälden zu täuschen: Der Farbe des Lichtes.
Das Buch ist für mich mehr als nur ein Roman über Kunst, sondern ein intelligentes Abbild dessen, wie Frauen sich in der Kunst und Kulturszene über viele Jahre und Jahrzehnte beweisen mussten, um akzeptiert zu werden. Dass man an manchen Stellen des Romanes vergisst, dass dieser im Jahr 1920 und nicht heute spielt, ist bestimmt nicht ganz ungewollt. Mir hat ‚The Artist‘ sehr gefallen!
Nachdem der erste Artikel sowohl für Joseph aber noch mehr für Tata (so darf Joseph Tartuffe im Vertrauen nun nennen) erfolgreich war, beschließt der junge Journalist, auf dem Gut des Künstlers für weitere Schreibarbeit zu verweilen. Seine Faszination gilt mittlerweile aber nicht mehr nur alleine den Kunstwerken sondern auch Ettie, die ihm die Augen geöffnet hatte, um die Bilder ihres Onkels zu verstehen. Und Ettie, ja die hat ihre ganz eigene Leidenschaft, mit der sie selbst gesehen werden will, raus aus ihrem Schattendasein möchte und die Mauern zur Welt rund um Saint-Auguste auf ihre sanfte Art einzureißen versucht.
Das Buch ist in vier Bereiche unterteilt und ich habe fast einen ganzen Abschnitt / ca. 100 Seiten gebraucht, bis ich richtig in der Geschichte eingetaucht war, da die männliche Dominanz zu Beginn der Handlung sehr stark ist. Spätestens aber der Besuch vier amerikanischer Kunstexperten auf dem Künstlergut drehen die Handlung in eine ganz neue Richtung. Genau hierin lag auch meine große Hoffnung: Dass das Buch nicht lediglich von einem exzentrischen, männlichen Künstler handelt, sondern auch Ettie als weibliche Protagonistin in der Handlung stark werden lässt und sie emanzipieren wird. Dies ist dramaturgisch äußert gut gelungen.
Malerisch an ‚The Artist‘ ist nicht nur das Thema Kunst sondern auch die Worte der Autorin Lucy Steeds. Sie beschreibt mit ihren Worten keine Szenen sondern malt diese in gewisser Weise durch ihre Sprache. Bereits in ihrem Epilog streut die Autorin eine Szene in die Handlung ein, die sich als Gedanke im Verlauf des Buches festigen kann, ohne sich zu offensichtlich aufzudrängen und zu einem eigenen Kunstwerk entwickeln wird. Ettie sucht sich im Rahmen gegebener Möglichkeiten ihren Weg und ihre Befreiung, um gesehen zu werden und das für das Jahr 1920 bereits auf doch progressive Weise. Dafür versucht sie selbst den renommierten Künstler Tartuffe um eine wichtige Farbe in seinen Gemälden zu täuschen: Der Farbe des Lichtes.
Das Buch ist für mich mehr als nur ein Roman über Kunst, sondern ein intelligentes Abbild dessen, wie Frauen sich in der Kunst und Kulturszene über viele Jahre und Jahrzehnte beweisen mussten, um akzeptiert zu werden. Dass man an manchen Stellen des Romanes vergisst, dass dieser im Jahr 1920 und nicht heute spielt, ist bestimmt nicht ganz ungewollt. Mir hat ‚The Artist‘ sehr gefallen!