Eine ungewöhnliche und fesselnde Geschichte

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Der junge Journalist Joseph Adelaide, der für ein Kunstmagazin arbeitet, bekommt 1920 die Gelegenheit den Maler Eduard Tartuffe, der zurückgezogen in einem kleinen Dorf in der Provence lebt, zu interviewen. Tartuffe lebt mit seiner 27 jährigen Nichte Ettie zusammen, die sich um die täglichen Dinge des Lebens kümmert und auch für die Bereitstellung seiner Malutensilien zuständig ist. Dankbarkeit erfährt sie von ihrem schwierigen, launischen und oftmals unberechenbaren Onkel allerdings nicht. Die Geschichte wird wechselweise aus der Perspektive von Joseph und Ettie erzählt. Ettie ist die Hautperson im Roman, trotz ihrer unterwürfigen Stellung im Haus gelingt es ihr sich auf eigene Art und vom Onkel unbemerkt zur Wehr zu setzen. Die Autorin Lucy Steeds hat einen poetischen, eindrucksvollen und schönen Schreibstil. Wenn im Detail die Motive für die zu malenden Bilder beschrieben werden, die sich oft ums Essen drehen, läuft einem schon mal das Wasser im Mund zusammen. Der Roman lebt von den Spannungen zwischen den Protagonisten und den langsam sich entwickelnden emotionalen Beziehungen. Einmal angefangen konnte ich es nicht mehr aus der Hand legen und kann das Buch nur wärmstens weiterempfehlen