Es kann nur einen Künstler geben!

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hennie Avatar

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Mich hat das Cover mit dem herrlichen Lavendel angezogen. Ich liebe diese blauen Felder! Dabei habe ich sogar den teilweise englischen Titel akzeptiert, obwohl ich ansonsten diese Bücher meide. Auch die zahlreichen Lobeshymnen; Nominierungen, Auszeichnungen für die Autorin habe ich weitgehend ignoriert. Mittlerweile bin ich da sowieso sehr skeptisch. Ich ging ganz unbefangen an diese Lektüre und habe es nicht bereut, obwohl auch ich einige Abstriche gemacht habe. Das tat ich im Großen und Ganzen aber nur für mich!

Die Geschichte beginnt um 1920 in der abgeschiedenen Weite der Provence in der Nähe von Avignon, in einem etwas abgelegenen Landhaus. Der weltbekannte Künstler Éduard Tartuffe zog sich aus dem Pariser Künstlertrubel in völlige Einsamkeit und Stille zurück. Seine junge Nichte Sylvette, genannt Ettie, führt ihm den Haushalt, sorgt für ihn, kocht und putzt und kümmert sich zudem um sein gesamtes Malerambiente. Sie arrangiert sogar seine Motive für die neuen Bilder. Er malt nur, gibt sich seinem Genie hin, aber ist ein ganz grantiger, unfreundlicher und undankbarer Mensch, der niemanden außer Ettie um sich haben will. Er duldet niemand, nicht einmal ein Haustier. Durch besondere Umstände gelingt es dem jungen, aus England stammenden Journalisten Joseph Adelaide dem Misanthropen Tartuffe näher zu kommen. Es entwickelt sich eine sensationelle, abenteuerliche Geschichte...

Mich begeisterte die bildhafte Sprache und mich beeindruckte, wie die Autorin die Geschichte angegangen ist. Die Lektüre liess sich gut und schnell lesen, obwohl es auch Längen gab. Der Prolog führte ins Jahr 1957 und verwirrte mich zunächst. Doch es klärt sich alles auf. Das Jahr 1957 dient als Rahmenhandlung und zeigt zum Ende die Entwicklung, die Ettie erfolgreich genommen hat.
In der Story kommen ständig neue Aspekte hinzu. Dazu gehören sowohl die Vergangenheit von Tartuffe und Ettie als auch die grausamen Erlebnisse, die der 1. Weltkrieg mit sich brachte. Für beide jungen Leute spielten diese eine große emotionale Rolle. Wir erleben Ettie als einfühlsame Krankenschwester im Lazarett und Josephs Bruder, der mit einer schweren Neurose aus dem Krieg zurückkehrt und entsetzliche „Heilmethoden“ über sich ergehen lassen muss.
Die (Liebes)Geschichte um Ettie und Joseph in dem düster erscheinenden Landhaus entwickelt sich langsam, fast zäh, und das langgehütete Geheimnis kommt spät ans Licht, obwohl der Leser/die Leserin dieses schon früh erahnen kann...

Fazit:
Ich habe dieses Buch sehr gern gelesen und ich finde Lucy Steeds schrieb einen beachtlichen Debütroman. Mir gefielen besonders ihre lebendige Bildsprache, die plastischen Landschaftsszenen, die hervorragend mit dem Thema harmonierten. Ich kann mir durchaus diese Story verfilmt vorstellen.

Ich bewerte mit vier von fünf Sternen und empfehle The Artist als Sommerlektüre.