Etties Geheimnis
Südfrankreich 1920, hier lebt der berühmte und nicht weniger eigensinnige Maler Édouard Tartuffe. Einst bei Cézanne gelernt, ist Tartuffe für sein Gespür für Farben mit denen er in seinen Bildern experimentiert, bekannt. Doch den Meister umgibt ein Geheimnis: vor 30 Jahren hat er sich in Einsamkeit zurückgezogen und Menschen aus seinen Bildern und seinem Leben gleichermaßen verbannt. Einzig seine Nicht Sylvette, genannt Ettie, lebt mit dem eigensinnigen Genie und kümmert sich um den Haushalt des Malers, von ihr „Tata“ genannt.
Auf der Spur des Geheimnisses des Malers besucht der junge britische Journalist Joseph Adelaide den Künstlerhaushalt, um ein Porträt über ihn zu schreiben. Doch der Maler hat eine Bedingung: Joseph soll ihm Modell stehen. Mit diesem Vorhaben dringt Joseph in ein fremdes Leben, verbringt mehrere Monate in dem Haus und entdeckt dabei mehr Geheimnisse als er zunächst zu finden gehofft hat. Denn schnell wird klar, dass nicht nur den Maler eine gewisse Eigensinnigkeit umgibt, sondern auch die junge Ettie trägt etwas tief Verborgenes in sich.
Und so zeichnet die Autorin Schicht für Schicht drei (Künstler)Leben nach, die sich in diesem Haushalt verbinden, beeinflussen, während die gewohnte Dynamik durch Josephs Aufenthalt durchbrochen wird und damit vielleicht sogar irreversible Veränderungen angestoßen werden. Erzählt wird abwechselnd mit dem Fokus auf die einzelnen Protagonistinnen, aus den verschiedenen Perspektiven setzt sich so ähnlich wie bei einem Gemälde die Handlung zusammen.
Für mich wird der Roman in erster Linie von den gelungenen atmosphärischen Beschreibungen von Landschaft und Kunst getragen. Wie in einem Sinnesrausch beschreibt die Autorin wie Gemälde das Fühlen anregen und alle Sinne, jenseits des Sehens stimulieren. Interessant fand ich die Parallelität des Porträtierens zwischen Tata und Joseph, jeder in seiner Kunst. Tata malt Joseph, Joseph schreibt über Tata - beide auf ihre Weise auf der Suche nach der Essenz des jeweiligen Modells. Auch die Dynamik der sozialen Beziehungen und das komplizierte Verhältnis zwischen Abhängigkeit, Sicherheit und Freiheit darin beleuchtet die Autorin nachvollziehbar in ihrer Erzählung.
Die eigentliche Handlung enthält mit Etties Geschichte Aspekte einer weiblichen Emanzipation und ihres Kampfs nach Selbstbestimmung, sowie einen gelungenen Spannungsbogen, den die Autorin bereits zu Beginn setzt und über die Handlung aufgeteilt in drei Hauptteilen aufrecht erhält.
Genau auf diesen Ebenen funktioniert der Roman für mich sehr gut, als gelungene, aber eher leichte, Urlaubslektüre, um für ein paar Stunden in eine andere Welt zu entfliehen. Eine tiefere historische Einbettung in die Nachkriegsgesellschaft und die Kunstgeschichte bleibt jedoch weitgehend aus, dahingehende Erwartungen an den Roman werden vermutlich enttäuscht. Gleichzeitig waren für mich die Charakterzeichnungen nicht immer schlüssig in ihrer Entwicklung und Motivlage, die Entwicklung und Beschreibung der Emotionen wurde nach meinem Empfinden stellenweise etwas kitschig.
Insgesamt hat mir der Roman, trotz kleinerer Schwächen, sehr schöne Lesestunden beschert und mich gefühlt in einen kleinen Provenceurlaub entführt!
Auf der Spur des Geheimnisses des Malers besucht der junge britische Journalist Joseph Adelaide den Künstlerhaushalt, um ein Porträt über ihn zu schreiben. Doch der Maler hat eine Bedingung: Joseph soll ihm Modell stehen. Mit diesem Vorhaben dringt Joseph in ein fremdes Leben, verbringt mehrere Monate in dem Haus und entdeckt dabei mehr Geheimnisse als er zunächst zu finden gehofft hat. Denn schnell wird klar, dass nicht nur den Maler eine gewisse Eigensinnigkeit umgibt, sondern auch die junge Ettie trägt etwas tief Verborgenes in sich.
Und so zeichnet die Autorin Schicht für Schicht drei (Künstler)Leben nach, die sich in diesem Haushalt verbinden, beeinflussen, während die gewohnte Dynamik durch Josephs Aufenthalt durchbrochen wird und damit vielleicht sogar irreversible Veränderungen angestoßen werden. Erzählt wird abwechselnd mit dem Fokus auf die einzelnen Protagonistinnen, aus den verschiedenen Perspektiven setzt sich so ähnlich wie bei einem Gemälde die Handlung zusammen.
Für mich wird der Roman in erster Linie von den gelungenen atmosphärischen Beschreibungen von Landschaft und Kunst getragen. Wie in einem Sinnesrausch beschreibt die Autorin wie Gemälde das Fühlen anregen und alle Sinne, jenseits des Sehens stimulieren. Interessant fand ich die Parallelität des Porträtierens zwischen Tata und Joseph, jeder in seiner Kunst. Tata malt Joseph, Joseph schreibt über Tata - beide auf ihre Weise auf der Suche nach der Essenz des jeweiligen Modells. Auch die Dynamik der sozialen Beziehungen und das komplizierte Verhältnis zwischen Abhängigkeit, Sicherheit und Freiheit darin beleuchtet die Autorin nachvollziehbar in ihrer Erzählung.
Die eigentliche Handlung enthält mit Etties Geschichte Aspekte einer weiblichen Emanzipation und ihres Kampfs nach Selbstbestimmung, sowie einen gelungenen Spannungsbogen, den die Autorin bereits zu Beginn setzt und über die Handlung aufgeteilt in drei Hauptteilen aufrecht erhält.
Genau auf diesen Ebenen funktioniert der Roman für mich sehr gut, als gelungene, aber eher leichte, Urlaubslektüre, um für ein paar Stunden in eine andere Welt zu entfliehen. Eine tiefere historische Einbettung in die Nachkriegsgesellschaft und die Kunstgeschichte bleibt jedoch weitgehend aus, dahingehende Erwartungen an den Roman werden vermutlich enttäuscht. Gleichzeitig waren für mich die Charakterzeichnungen nicht immer schlüssig in ihrer Entwicklung und Motivlage, die Entwicklung und Beschreibung der Emotionen wurde nach meinem Empfinden stellenweise etwas kitschig.
Insgesamt hat mir der Roman, trotz kleinerer Schwächen, sehr schöne Lesestunden beschert und mich gefühlt in einen kleinen Provenceurlaub entführt!