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Grundsätzlich gefallen mir englische Titel auf deutschen Übersetzungen nicht, hier wird jedoch sehr schnell sehr deutlich, auch anhand des Klappentextes, warum dieser Titel beibehalten wurde.
Ein Wort, eine Unterschrift. „Kommen Sie“ liest Joseph Adelaide, als er den Brief aus der Provence erhält. Natürlich ergreift er die einmalige Chance, den legendären Maler Édouard Tartuffe zu interviewen. Interessanter als Tartuffe, den alle nur Tata nennen, ist für Joseph Ettie, Tatas Nichte, die sich um alles kümmert.
In einem ausgesprochen bildhaften Stil beschreibt die Autorin das Zusammenleben dieser drei Protagonisten, die so abgeschieden von der Welt die Sommermonate des Jahres 1920 verbringen. Die Menschen, die Landschaft, die Farben und die Gemälde entstehen beim Lesen. In der Begründung für die Nominierung zum Women's Prize for Fiction 2025 schreibt Deborah Joseph: „Ich konnte die Farben förmlich riechen, die Textur der Leinwände fühlen, das Licht im Atelier sehen.“
Der Prolog wirft Fragen auf und beantwortet eine, die gar nicht gestellt wurde. Die Geheimnisse werden aufgedeckt, aber erst später im Roman. Joseph geht mit einer gewissen Naivität an seine Aufgabe, die er erst erfüllen kann, wenn er dem berühmten Maler Modell gestanden hat. Ganz erfüllt von der großen Gelegenheit braucht es einige Zeit, bevor Joseph beginnt, das Leben auf dem abgelegenen Anwesen zu durchschauen. Der Leser begleitet ihn dabei, sitzt mit ihm Modell, beobachtet Tata, beobachtet Ettie und erkennt nach und nach die komplizierten Verbindungen und Abhängigkeiten zwischen den beiden. Dabei werden die drei Protagonisten gut erkennbar: der große Künstler, der unsicher und abhängig ist und sich wie ein Tyrann aufführt, die stille und beinahe unsichtbare Ettie und Joseph, der die hohen Erwartungen seines Vaters an ihn nicht erfüllen kann und seinen Platz im Leben sucht.
Die Machtstrukturen scheinen klar: die Männer haben sie und nutzen sie aus. Ist es wirklich so? Denn die stille Ettie hat jedoch eine große Kraft, die sie dazu befähigt, das ihr aufgezwungene Leben von Grund auf zu verändern. Und sie tut es auf eine sehr dramatische Weise, die den Roman (fast) abschließt. In einem kurzen Epilog schließt sich der Kreis zum Prolog.
Fazit: ein sehr berührender, poetischer und großartiger Debüt-Roman, ein Lesehighlight 2026
Ein Wort, eine Unterschrift. „Kommen Sie“ liest Joseph Adelaide, als er den Brief aus der Provence erhält. Natürlich ergreift er die einmalige Chance, den legendären Maler Édouard Tartuffe zu interviewen. Interessanter als Tartuffe, den alle nur Tata nennen, ist für Joseph Ettie, Tatas Nichte, die sich um alles kümmert.
In einem ausgesprochen bildhaften Stil beschreibt die Autorin das Zusammenleben dieser drei Protagonisten, die so abgeschieden von der Welt die Sommermonate des Jahres 1920 verbringen. Die Menschen, die Landschaft, die Farben und die Gemälde entstehen beim Lesen. In der Begründung für die Nominierung zum Women's Prize for Fiction 2025 schreibt Deborah Joseph: „Ich konnte die Farben förmlich riechen, die Textur der Leinwände fühlen, das Licht im Atelier sehen.“
Der Prolog wirft Fragen auf und beantwortet eine, die gar nicht gestellt wurde. Die Geheimnisse werden aufgedeckt, aber erst später im Roman. Joseph geht mit einer gewissen Naivität an seine Aufgabe, die er erst erfüllen kann, wenn er dem berühmten Maler Modell gestanden hat. Ganz erfüllt von der großen Gelegenheit braucht es einige Zeit, bevor Joseph beginnt, das Leben auf dem abgelegenen Anwesen zu durchschauen. Der Leser begleitet ihn dabei, sitzt mit ihm Modell, beobachtet Tata, beobachtet Ettie und erkennt nach und nach die komplizierten Verbindungen und Abhängigkeiten zwischen den beiden. Dabei werden die drei Protagonisten gut erkennbar: der große Künstler, der unsicher und abhängig ist und sich wie ein Tyrann aufführt, die stille und beinahe unsichtbare Ettie und Joseph, der die hohen Erwartungen seines Vaters an ihn nicht erfüllen kann und seinen Platz im Leben sucht.
Die Machtstrukturen scheinen klar: die Männer haben sie und nutzen sie aus. Ist es wirklich so? Denn die stille Ettie hat jedoch eine große Kraft, die sie dazu befähigt, das ihr aufgezwungene Leben von Grund auf zu verändern. Und sie tut es auf eine sehr dramatische Weise, die den Roman (fast) abschließt. In einem kurzen Epilog schließt sich der Kreis zum Prolog.
Fazit: ein sehr berührender, poetischer und großartiger Debüt-Roman, ein Lesehighlight 2026