Grandioses Debüt - bitte mehr davon

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
jessy1968 Avatar

Von

Es gibt unzählige Bücher, Filme und Serien – und gerade deshalb ist es so schwer, aus der Masse hervorzustechen. Ich bin immer auf der Suche nach Geschichten, die mich wirklich berühren, und hier bin ich fündig geworden. Dieses Buch trifft nicht nur mitten ins Herz, sondern in jede Faser meines Körpers.

Kein Wort, das ich finde, scheint dem gerecht zu werden, was diese Geschichte in mir ausgelöst hat. Sie hat mich auf eine Weise sprachlos gemacht, die nur ganz besondere Bücher schaffen.

Durchzogen von tiefer Traurigkeit und gleichzeitig voller Lebendigkeit entfaltet sich eine Erzählung, die sich fast ausschließlich in einem einzigen Haus und zwischen nur drei Menschen abspielt – und dennoch eine ganze Welt eröffnet. Kunst, Malerei, Leidenschaft, Inspiration, Schicksal, Abhängigkeit, Emotionen, Verlangen, Geheimnisse, Täuschung, Begehren, Verlust – all diese Worte begleiten mich durch die Seiten.

Édouard, ein berühmter Maler, lebt mit seiner Nichte Ettie abgeschieden von der Welt. Joseph, der einen Artikel über den Künstler schreiben möchte, erhält nach langer Wartezeit die Erlaubnis, in ihr Leben einzutauchen. Zwischen den dreien entsteht eine fragile Symbiose, geprägt von Abhängigkeit, alten Wunden, Intimität und Einsamkeit.

Die bemerkenswerte Autorin hat für diese Geschichte intensiv recherchiert und eine meisterhafte Mischung aus wahren Begebenheiten und Fiktion geschaffen. Alles wirkt so bildhaft und authentisch, dass ich mich wie ein stiller Beobachter fühlte – als könnte ich die Leinwand selbst berühren und den Duft der Umgebung einatmen.

Alle drei Charaktere sind lebendig, greifbar und mir tief ans Herz gewachsen – ja, sogar den Eigenbrötler Édouard. Etties Geschichte selbst ist herzzerreißend, und das zarte Band, das sich zwischen ihr und Joseph entwickelt, hätte nicht einfühlsamer beschrieben werden können.

Trotz seiner 379 Seiten habe ich das Buch in nur drei Tagen verschlungen – etwas, das mir noch nie passiert ist. Kein einziges Wort wollte ich überfliegen; ich habe jedes einzelne in mich aufgenommen.

Ein herausragendes Buch, das mich noch lange begleiten wird. Bitte mehr davon.