Über Kunst und die männliche Dominanz in der Kunstwelt

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pusteblümchen Avatar

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Der britische Journalist Joseph Adelaide reist in die Provence, um den Maler Édouard Tartuffe zu interviewen. Dieser lebt sehr zurückgezogen mit seiner Nichte Ettie in einem Landhaus. Schnell wird deutlich, dass Tartuffe kein umgänglicher Zeitgenosse ist. Er ist arrogant, egozentrisch und ein Tyrann.

Ettie leidet unter ihrem Onkel. Sie lebt in seinem Schatten, ist Haushälterin, Köchin und Sekretärin, die im Hintergrund alles perfekt organisiert, damit er glänzen kann. Mit dem Eintreffen von Joseph verändert sich die Dynamik.
Lucy Steeds nimmt sich viel Zeit ihre Protagonisten und um die Umgebung zu beschreiben. Dadurch kam bei mir schnell das Gefühl auf, an dem Geschehen direkt teilzuhaben. Ich konnte die Atmosphäre der Provence sehen, spüren, riechen und regelrecht schmecken.

Mit Ettie beschreibt sie eine Frau, die gegen die männliche Dominanz in der Kunstwelt aufbegehrt.

Es ist ein ruhiger Roman, der damit ein wichtiges Thema gelungen aufgreift. Auch wenn die Handlung fiktiv ist, enthält sie viele Wahrheiten.
Interessant sind auch die abschließenden Anmerkungen der Autorin, mit denen sie die Handlung nochmals gelungen einordnet.