Venez - Kommen Sie!
1920: Der junge Journalist Joseph Adelaide will seinem tristen Leben in London entrinnen und bittet den seit Jahren aus der Öffentlichkeit verschwundenen französischen Maler Tartuffe schriftlich um ein Interview. Er kann sein Glück kaum fassen, als er die knappe Antwort erhält: Venez – Kommen Sie! Was ihn in der Provence erwartet, hätte er sich anders vorgestellt. Tartuffe, ein wortkarger, griesgrämiger und ganz und gar egozentrischer Mann, lebt in einem heruntergekommenen Bauernhaus außerhalb eines kleinen Dörfchens. Versorgt wird er von seiner Nichte Ettie, die für ihn kocht und putzt und dafür sorgt, dass seine Malutensilien parat liegen. Ettie erscheint wie ein Schatten, hält sich still im Hintergrund. Auch Joseph, den Tartuffe als Modell für sein neuestes Werk auserkoren hat, muss stundenlang in unbequemer Stellung stillsitzen. Er beobachtet den Maler genau, schließlich ist der Hauptzweck seines Aufenthalts, über den großen Meister und seine Herangehensweise an die Kunst zu schreiben.
Lucy Steeds versteht es in ihrem Debütroman hervorragend, die Atmosphäre in dem staubigen und heruntergekommen Künstlerdomizil und die drückend schwüle Hitze der Provence heraufzubeschwören. Vieles ist unausgesprochen, beispielsweise, was den Künstler dazu bewogen hat, Paris zu verlassen und ein Einsiedlerleben in der Provence zu führen. Auch die Rolle von Ettie wirft Fragen auf. Sie unterwirft ihre eigenen Bedürfnisse komplett denen des Onkels, der sie denkbar schlecht behandelt. Joseph fühlt sich schnell von der rätselhaften Ettie angezogen und spürt, dass auch sie vieles vor ihm verbirgt.
Ich fand den Roman von Anfang an faszinierend. Im Prolog erfahren wir, dass Tartuffes Werke mit einer Ausnahme in einem Brand zerstört wurden, danach beginnt erst die eigentliche Geschichte um Tartuffe, Ettie und Joseph. Der Mittelteil zieht sich ein wenig in die Länge, die bleierne Hitze und die unausgesprochenen Konflikte drückten auf meine Stimmung, und doch musste ich fast zwanghaft weiterlesen, um zu erfahren, was genau Ettie dazu bringt, diesem Gefängnis nicht so schnell wie möglich zu entfliehen. Der Schluss ist teilweise nicht wirklich überraschend, ein Detail setzt allerdings einen fulminanten Schlusspunkt.
Ein sprachlich versierter, atmosphärisch dichter Roman. Lesenswert!
Lucy Steeds versteht es in ihrem Debütroman hervorragend, die Atmosphäre in dem staubigen und heruntergekommen Künstlerdomizil und die drückend schwüle Hitze der Provence heraufzubeschwören. Vieles ist unausgesprochen, beispielsweise, was den Künstler dazu bewogen hat, Paris zu verlassen und ein Einsiedlerleben in der Provence zu führen. Auch die Rolle von Ettie wirft Fragen auf. Sie unterwirft ihre eigenen Bedürfnisse komplett denen des Onkels, der sie denkbar schlecht behandelt. Joseph fühlt sich schnell von der rätselhaften Ettie angezogen und spürt, dass auch sie vieles vor ihm verbirgt.
Ich fand den Roman von Anfang an faszinierend. Im Prolog erfahren wir, dass Tartuffes Werke mit einer Ausnahme in einem Brand zerstört wurden, danach beginnt erst die eigentliche Geschichte um Tartuffe, Ettie und Joseph. Der Mittelteil zieht sich ein wenig in die Länge, die bleierne Hitze und die unausgesprochenen Konflikte drückten auf meine Stimmung, und doch musste ich fast zwanghaft weiterlesen, um zu erfahren, was genau Ettie dazu bringt, diesem Gefängnis nicht so schnell wie möglich zu entfliehen. Der Schluss ist teilweise nicht wirklich überraschend, ein Detail setzt allerdings einen fulminanten Schlusspunkt.
Ein sprachlich versierter, atmosphärisch dichter Roman. Lesenswert!