Magisches Cluedo

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern
@biblio.manin Avatar

Von

Ich habe das Buch „The Blackgate Invitation“ von Sarah Henning gelesen, und es ist mein erstes Buch der Autorin. Die Grundidee fand ich von Anfang an richtig spannend. Beim Lesen fühlt es sich ein bisschen an, als würde man Cluedo spielen: Man hat einen Todesfall, viele verschiedene Verdächtige und versucht Schritt für Schritt herauszufinden, wer der Mörder oder die Mörderin sein könnte. Nur kommt hier noch ein magisches Element dazu, denn die Verstorbene war eine Hexe und alle Anwesenden besitzen ebenfalls Magie.

Mitten unter ihnen stehen auch Ruby und Wren. Sie wurden dafür bezahlt, sich für zwei andere Schwestern auszugeben, die zu dem Treffen erwartet wurden. Sie wissen überhaupt nichts von der Existenz von Magie und rutschen völlig unvorbereitet in diese geheimnisvolle, gefährliche Situation hinein.

Ich habe mich sehr darauf gefreut, wie das Buch einen durch die falschen Fährten und Hinweise führt. Besonders spannend fand ich die Frage, wie die anderen reagieren würden, wenn herauskommt, dass Ruby und Wren gar nicht die Schwestern sind, die sie vorgeben zu sein. Und natürlich wollte ich unbedingt wissen, wer am Ende für den Mord verantwortlich ist.

Allerdings hatte ich persönlich Schwierigkeiten mit dem Schreibstil. Für meinen Geschmack driftet die Geschichte immer wieder ein bisschen ab. Es gibt viele Beschreibungen und Umschreibungen, die sich teilweise sehr gezogen haben. Ich hatte oft das Gefühl, dass die Kapitel nicht richtig auf den Punkt kommen oder an wichtigen Stellen etwas an Tempo fehlt. Wenn dann tatsächlich etwas passiert ist, waren diese Szenen wiederum richtig gut, und die Details haben dort perfekt gepasst.

Das ist natürlich nur meine Meinung – ich bin mir sicher, dass andere Leser:innen das ganz anders empfinden werden. Das letzte Viertel des Buches hat mir aber wieder deutlich besser gefallen. Dort konnte ich mich viel leichter auf die Handlung konzentrieren, alles war klarer und strukturierter und der Showdown mit der finalen Auflösung hat mir gut gefallen. Obwohl ich das Buch in nur drei Tagen gelesen habe und keine langen Pausen dazwischen hatte, hatte ich vorher öfter das Gefühl, nicht ganz mitzukommen. Das hat sich im letzten Teil auf jeden Fall gebessert.