(Nicht) Hexen

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evaerl Avatar

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Ein Buch, bei dem man richtig miträtseln und mitfiebern konnte!

Auch wenn anfangs klar scheint, welche Charaktere im Vordergrund stehen, ist das Ganze doch komplexer, als man denkt. Zwar erleben wir die Geschichte hauptsächlich aus der Sicht von Ruby und Auden, aber auch die anderen Figuren sind keineswegs nebensächlich.

Zu Beginn war es für mich etwas schwierig, mir alle Namen und Zugehörigkeiten zu merken wer zu welcher Hexenlinie gehört, welche Kräfte sie haben und wer eigentlich they/them als Pronomen verwendet. Aber ab der Mitte wurde es deutlich leichter, weil man die Figuren wirklich gut kennenlernt.

Gerade weil unsere zwei Nicht-Hexen anfangs selbst kaum verstehen, worin sie da hineingeraten sind, bekommt man als Leser*in gleichzeitig mit ihnen einen guten Überblick über die Welt. Nach und nach wird erklärt, was die Linien bedeuten, wer zu wem gehört und welche Beziehungen, Intrigen und Geheimnisse sie verbinden inklusive Mord und Magie.

Wren und Ruby sind für mich ein starkes Team. Zwei Schwestern, die ihre Rollen perfekt erfüllen, sich gegenseitig stützen und die richtigen Entscheidungen treffen.

Auden, Winter und Evander bilden ein weiteres interessantes Trio voller Geheimnisse, die sich Stück für Stück auflösen und das Puzzle zwischen den Familien offenbaren.

Auch Infinity, Ada und Hex bleiben wichtig, selbst wenn sie eher im Hintergrund agieren. Ihre Beweggründe und Entscheidungen sind nachvollziehbar, selbst wenn nicht alles freiwillig geschieht.

Marsyas bleibt lange undurchsichtig, und erst beim Lesen erkennt man ihr Geheimnis. Dass die Blackgate-Schwestern noch eine so große Rolle spielen, hätte ich nicht erwartet.

Ursula, obwohl nicht mehr am Leben, ist eine tragende Figur. Durch die Informationen, die sie hinterlassen hat, bleibt sie präsent und trägt viel zur Enthüllung der Wahrheit bei.

Luna, Hector und seine Frau waren für mich dagegen weniger zentral ihr Generation wirkt eher wie die Brücke zu dem, was kommen wird.

Das Worldbuilding fand ich sehr gelungen: nicht überladen, aber bildhaft und atmosphärisch.

Alles in allem ein wirklich spannendes Buch, das zum Miträtseln einlädt, mit vielschichtigen Charakteren, mehreren Perspektiven und einem gut durchdachten magischen System.