Cowboy-Romance mal ganz anders – dafür mit extra viel Spice

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kikii04 Avatar

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THE BRAVE AND THE RECKLESS ist der erste Band von Dylan Dyers Romance-Reihe rund um den Western-Vergnügungspark Bravetown. Durch das Tor von Bravetown fällt man sozusagen zurück ins neunzehnte Jahrhundert Amerikas. Cowboyhüte, Banditen und Jungfrauen in Nöten inklusive.

Esra hat gerade erst ihr Medizin-Studium geschmissen. In Bravetown will sie vor allem den Sommer genießen und es ruhig angehen lassen. Daraus wird aber nichts, als sie kurzfristig die Rolle einer der Hauptfiguren des Parks übernehmen muss. Statt eines entspannten Sommers voller Spaß heißt es für Esra nun also Sechs-Tage-Woche, Schauspielkünste und Familienbespaßung. Das Schlimmste ist dabei aber definitiv ihr Kollege Noah. Im echten Leben der beste Freund ihres Bruders und mit einem Stock im Allerwertesten spielt er in Bravetown den Banditen. Nur Esra spielt er nichts vor und sie spürt nur allzu deutlich, dass er sie lieber gestern als heute aus Bravetown vertreiben will.

Meine Meinung:
Hätte ich dieses Buch nicht als Rezensionsexemplar bekommen, wäre es für mich ein klarer Fall von Coverkauf geworden. Für die deutsche Ausgabe wurde ein ganz neues Cover gestaltet und die Entscheidung ist einfach die beste überhaupt, denn ich LIIIIIEEEBE die Gestaltung. Eigentlich war es mir schon fast egal, worum das Buch genau handelt, weil das Cover alles verspricht, was ich mir an Vibes und Atmosphäre in einer Cowboy-Romance wünsche.

Aber am Ende zählt natürlich immer noch der Inhalt und wenn ich ehrlich bin, konnte der nicht so mit diesem überaus vielversprechenden Cover mithalten. Vielleicht hatte ich einfach die falsche Erwartung, dass all die Western-/Cowboy-Vibes so extrem präsent sein würden wie auf dem Umschlag, denn das waren sie nicht. Schlichtweg, weil es eben nicht die typische Cowboy-Romance ist. Auch keine Smalltown-Romance. Bravetown ist eine ganz eigene Welt, was total spannend zu erkunden ist. Aber ein Vergnügungspark ist für mich einfach nicht gerade viby genug. Hinzu kommt, dass die Atmosphäre des Parks auch gar nicht wirklich eingefangen wird. Wir bekommen hauptsächlich Backstage-Content zu lesen. Was natürlich cool ist, aber ohne den Park zu kennen, fühlt man Bravetown einfach nicht. So ging es zumindest meiner Wenigkeit.

Die Figuren fand ich sehr spannend. Der Roman wird abwechselnd aus Noahs und Esras Perspektive erzählt, wobei beide einen in gewisser Weise überraschen. So, wie sie am Anfang zu sein scheinen, sind sie in Wirklichkeit überhaupt nicht.
Esra könnte man schnell als oberflächliches Partygirl abstempeln. Die Wirklichkeit könnte nicht gegensätzlicher sein. Denn Esra ist ziemlich verloren in ihrem Leben und schier erschlagen von der Möglichkeit, zum ersten Mal selbst entscheiden zu dürfen.
Noah lernen wir als miesepetrigen Korinthenkacker kennen. Aber Leute, dieser Kerl ist einfach so heiß. Und süß. Aber vor allem heiß.

Die Nebenfiguren fand ich sehr unterhaltsam. Und es gibt da eine ganze Menge, schließlich sind es am Ende vor allem die Figuren, die ein wenig Bravetown-Feeling verbreiten. Außerdem lernen wir schon Adriana kennen, die Protagonistin aus dem nächsten Band der Reihe, und auf ihre Geschichte bin ich ehrlich gesagt sehr gespannt.

Die Storyline ist sehr unterhaltsam und trifft die richtige Mischung zwischen Überraschungen und Vorhersehbarkeit. Ein paar Längen hat das Buch ab der Mitte aber. Es ist nämlich so, dass es gaaanz viel Spice gibt. Und versteht mich nicht falsch, ich liebe guten Spice. Ich bin niemand, der die Seiten überblättert (was bei diesem Buch aber möglich wäre, weil es hinten im Buch ein Verzeichnis der Spice-Kapitel gibt). Der Spice hier ist auch aufregend und kinky. Aber durch seinen großen Anteil an der Geschichte bleibt etwas wenig Platz für anderes. Über Noahs und Esras Arbeit im Park bekommen wir zum Beispiel immer nur kurze Zusammenfassungen, dabei hätte ich gerne mehr „live erlebt“. Und die Lovestory der beiden wird vorwiegend auf körperlicher Ebene erzählt, was ich nicht immer greifbar fand.

Einzeln werden Esra und Noah als Hauptfiguren sehr authentisch dargestellt und ihre Entwicklungen haben mir sehr gefallen. Als Paar hingegen waren sie für mich nicht immer greifbar.

Mein Fazit:
THE BRAVE AND THE RECKLESS ist entweder das ungewöhnlichste Cowboy-Buch überhaupt oder eine extra-spicy Romance mit sehr außergewöhnlichem Setting. Damit traf es nicht ganz den von mir erhofften Ton, dennoch fand ich die Story süß, lustig, unterhaltsam und spannend. Empfehlen würde ich die Romance allerdings wirklich nur allen, die Spice gerne lesen. Die Seiten einfach zu überblättern, ist hier nämlich nicht unbedingt die richtige Methode, weil die expliziten Szenen entscheidend für die Storyline sind.

Ich vergebe 4 von 5 Sternen.