Atmosphäre, die unter die Haut geht

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jola0410 Avatar

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Schon nach den ersten Kapiteln hat mich The Crane and the Nightjar tief in seine Welt hineingezogen. Annie Proulx schafft es mit ihrer präzisen, poetischen Sprache, eine Atmosphäre zu erzeugen, die zugleich rau und zart wirkt. Die Landschaft ist nicht bloß Kulisse, sondern ein lebendiger, atmender Raum, der die Figuren formt und ihre inneren Konflikte widerspiegelt.
Besonders beeindruckt hat mich, wie intensiv die Natur beschrieben wird. Man spürt förmlich den Wind, die Weite und auch die Einsamkeit, die über allem liegt. Diese dichte, fast greifbare Stimmung hat mich beim Lesen immer wieder innehalten lassen. Es ist kein hektisches Erzählen, sondern ein ruhiger, eindringlicher Fluss, der Raum für eigene Gedanken lässt.
Auch die Figuren wirken von Beginn an vielschichtig. Ihre Handlungen sind nicht immer leicht einzuordnen, was sie umso menschlicher macht. Kleine Gesten, Blicke oder Erinnerungen tragen oft mehr Bedeutung in sich als lange Erklärungen. Gerade das gefällt mir sehr: Die Autorin vertraut darauf, dass man als Leserin oder Leser zwischen den Zeilen liest.