Diebe, die alles zu verlieren haben

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svettusch Avatar

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"The Crane and the Nightjar" ist ein sehr spannendes, düsteres Buch, das ich insbesondere zu Beginn sehr gerne gelesen habe. Die Autorin hat einen fantastischen Schreibstil, der einen in die Geschichte zieht und fesselt und das von Seite 1 an. Der Fokus liegt dabei auf den beiden Hauptcharakteren Crane und Zara, aber auch andere Charaktere kommen zu Wort, manchmal auch mit eigenen Kapiteln.

In dem Buch müssen Crane und Zara sich verschiedenen düsteren Aufgaben stellen, die herausfinden sollen, wer die besten Diebe in ihrem Land sind. Nur wenige überleben bei diesen tötlichen Spielen. Außerdem ist es ein Land der Magie und wird die Magie von den sogenannten Neblern zu oft genutzt, verwandeln sie sich in sogenannte Krählen, also blutrünstige Monster, die alles und jeden verschlingen. Ich mochte vor allem die sehr einprägsamen Namen in der Geschichte, die dem Weltenaufbau viel Magie geschenkt haben. Gleichzeitig blieb die Welt noch ein wenig blass und ich habe nicht ganz durchblickt, wo genau die Magie herkommt oder wie die einzelnen Kategorien nun funtkionieren. Es gibt zwar immer wieder kurze EInschübe, zum Beispiel aus Lexika, aber insgesamt war es mir noch zu verworren und ich blieb mit einigen Fragen zur Magie selber zurück.

Die Protagonisten sind sympathisch, auch wenn allen voran einige Nebencharaktere noch etwas blass bleiben. Die Spannung ist konstant hoch, da niemand wirklich sicher zu sein scheint. Ein paar Entwicklungen, insbesondere das Ende, empfand ich jedoch als recht vorhersehbar.

Was mich leider aber sehr verwirrt zurückgelassen hat, waren einige Entscheidungen von Zara (und auch Crane), die in meinen Augen absolut keinen Sinn gemacht haben - aber hier will ich nicht zu viel sagen, um nicht zu spoilern. Also Achtung, im Folgenden sind kleiner Spoiler enthalten:

Insbesondere Zaras Magie hätte die ganze Geschichte eigentlich hinfällig werden lassen können. Und da sie ihre Magie zu einem späteren Zeitpunkt schließlich auch einsetzt, hätte sie das in kritischeren Situationen ja auch viel früher machen können, z.B. bei ihrer Verhaftung.

Ich hatte erwartet, hier irgendwann noch Klarheit zu bekommen oder eine große Wendung zu lesen, aber es schien inhaltlich genauso angedacht? Alles in allem bleibe ich bei diesem Ende einfach so verwirrt zurück und verstehe nicht, wieso so entschieden wurde ... dass mir hier das Lesevergnügen doch ein wenig gemindert wurde.