Düster und packend

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Zara wurde zu Unrecht ins Gefängnis gesperrt und wartet auf ihre Todesstrafe. Doch dann bietet sich ihr die Chance, die Prüfungen des grausamen Königs zu bestehen, um ihre Freiheit zurückzuerlangen. Bei diesen Prüfungen dabei ist auch Crane, der seine eigenen Motive hat, und mit dem sie ein vorsichtiges Bündnis eingeht.

Die Welt, in der die Geschichte spielt, ist eher düster und der König führt ein brutales Regime. Einige Leute können natürlicherweise Magie wirken, sie kann aber auch erkauft werden. Allerdings hat jeder Einsatz von Magie einen gefährlichen Preis, nämlich ein Stück der eigenen Seele. Das alles wird auch ungefähr erklärt, aber ich hätte mir trotzdem noch mehr Einblicke in die Welt und die Art und Weise, wie Magie wirkt, gewünscht. Eine Karte der Welt wäre auch toll gewesen.

Zara ist ein interessanter Charakter. Sie hat eine bewegte Vergangenheit, ist klug und weiß sich selbst zu helfen. Sie scheut keine Risiken, ist mutig und empathisch. Die meisten Kapitel sind aus ihrer Sicht. Zwischendurch gibt es auch Kapitel aus der Sicht einiger Randfiguren sowie von Crane. Über Crane ist deutlich weniger bekannt und Zara hält ihn nicht für vertrauenswürdig. Zwischen den beiden gibt es aber auf jeden Fall eine Anziehung.

Die Geschichte ist fast durchweg spannend, denn es passiert einiges, auch bedingt durch die verschiedenen Prüfungen. Teilweise ist sie brutal, aber es gibt auch immer wieder Momente des Zusammenhaltes, vor allem unter den Häftlingen, von denen einige mit der Zeit zusammenarbeiten und sich sogar anfreunden. Das war eine schöne Entwicklung von Misstrauen zu einem Miteinander. Doch natürlich überleben nicht alle die grausamen Prüfungen und manche Verluste fand ich echt traurig.

Was mein Leseerlebnis ein bisschen geschmälert hat, waren zahlreiche kleine Unstimmigkeiten. So stand auf einer Seite, Zara war sechs Wochen im Gefängnis, auf der nächsten Seite stand sechs Monate. Ein Kleid von ihr war erst schwarz, dann plötzlich dunkelgrün. Dann wurde gesagt, dass Leute einen Raum verlassen haben, aber auf einmal haben sie sich in ein Gespräch eingemischt. Das sind nur einige Beispiele und auch wenn es kleine Dinge sind, die die Handlung nicht stören, so hat es mich doch öfters gebremst/verwirrt.

Das Ende war mir etwas zu viel auf einmal und hat mich leicht ratlos zurückgelassen. Aber alles in allem mochte ich die Geschichte sehr gerne und werde auch den zweiten Teil lesen.