Düster und perfekt zum durchsuchten

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träumerin Avatar

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Als Zara im berüchtigten Gefängnis von Raspa eingesperrt wird, kann die vermeintliche Diebin nur noch auf ihre Hinrichtung warten. Bis der König ihr einen letzten Ausweg bietet. Ein tödlicher Wettkampf und ein Diebesauftrag könnte sie ihre Freiheit wieder erlangen. Doch der Wettkampf ist grausam, ihre Gegner gefürchtete Verbrecher und ihre einzige Chance auf überleben, der Mann, wegen dem sie hinter Gittern landete. Sie sollte niemandem Vertrauen, vor allem nicht Crane, doch der Wettkampf ist nicht wie er scheint und es geht nicht ums Gewinnen sondern überleben.

Der Einstieg hat mich sofort gefesselt. Nicht nur die Welt zieht mit atmosphärisch, düsteren Bildern und einem interessanten Magiesystem in Bann, die Charaktere wirken real und der fesselnde Schreibstil ließen mich tief in die Geschichte eintauchen.
Diese wirkt besonders durch das Unperfekte glaubhaft und lebendig. Es ist kein Heldenepos, mit glänzenden Helden, sondern ein Kampf ums Überleben. Die Charaktere, besonders Zara, haben Ecken und Kanten, alte Wunden bestimmen ihr Handeln und Verbindungen entstehen nicht über Nacht sondern wachsen in kleinen Momenten. Dadurch kommt besonders die Beziehung zwischen Zara und Crane wirkliche Tiefe und auch die Liebesgeschichte ist intensiv und echt.
Das Setting ist düster, stellenweise beklemmend, Intrigen und Machtspiele erzeugen eine durchgängige Spannung. Etwas enttäuschend war, dass einige Nebencharaktere blass blieben und gleichzeitig die Handlung etwas offensichtlich wurde.
Das Magiesystem trägt die Geschichte auf eine besondere Weise. Das man für jedes Einsetzen seiner Magie etwas von seiner Seele verliert, ist kein neues Prinzip, doch die Erklärung was das für diese Menschen bedeutet, und was nach und nach aus ihnen wird hat mich sehr beeindruckt. Der Nebel der das gesamte Land in seinen Fängen hält, ist Fluch und Segen zugleich aber auch das zweite Reich der Sonne zieht durch besondere Traditionen in seinen Bann.
Besonders habe ich jedoch die Einführung von Crane geliebt. Obwohl die gesamte Geschichte fast gänzlich aus seiner und Zaras Perspektive erzählt wird, ist alles an ihm geheimnisvoll und erst nach und nach erfährt man wer er ist.
Das Ende hat mir trotz meiner Ahnung den Boden unter den Füßen weggezogen. Und ich bin sehr gespannt wie es nun weitergehen soll.