Ich hatte zu viele Déjà-vu

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pmelittam Avatar

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Eigentlich wollte Zara Nightjar nur benötigtes Geld bei dem nicht ganz legalen Kartenspiel gewinnen, doch dann findet sie sich in einem der schlimmsten Gefängnisse wieder und muss in den Minen schuften. Als man sie aus der Zelle holt, wähnt sie sich schon auf dem Weg zur Hinrichtung, doch dann wird sie mit anderen Häftlingen in ein Spiel des Königs eingebunden. Wer seine Aufgaben löst, dem winkt die Begnadigung.

Von der Welt, in der Zara lebt, lernt man zunächst nur ihre Heimat, das Königreich Raspa kennen, ein düsterer Ort voller Nebel. So werden auch die Magier dort Nebler genannt. Deren Magie ist endlich, jedes Mal, wenn sie eingesetzt wird, verliert der Magier einen Teil seiner Seele, und, ist sie ganz aufgebraucht, wird er zu einem menschenfressenden Monster, einer sogenannten Krähle. Magie kann auch weiterverkauft werden, so dass es Magier verschiedener Ordnungen gibt, je nach Herkunft ihrer Magie. Ob Zara eine Neblerin ist, erfährt man lange nicht.

Der Roman wird vorwiegend aus Zaras Perspektive, und der eines anderen Gefangenen, Crane, erzählt, jeweils in Ich-Form. Auch Crane wurde für das Spiel des Königs ausgewählt, er ist von Anfang an undurchschaubar, und sprach Zara schon vor ihrer Verhaftung an. Zwischen ihnen entsteht eine Art Hassliebe, gleichzeitig knistert es gewaltig.

Auch einige der anderen Häftlinge, die am Spiel des Königs teilnehmen müssen, lernt man näher kennen, nicht alles sind sympathisch, doch einige schon. Gleichzeitig muss man ständig gewahr sein, dass nicht alle überleben werden.

Es gibt einige Überraschungen, nicht nur für die Charaktere. Da es noch einen weiteren Band geben wird, ist die Geschichte am Ende des Romans noch nicht zu Ende erzählt. Ob ich den nächsten Band lesen möchte, weiß ich allerdings noch nicht sicher.

Denn ich hatte so meine Probleme mit dem Roman. Zum einen gibt es einige inhaltliche Fehler, so ist die Figur Flutter zur selben Zeit an verschiedenen Orten, und nein, das ist nicht ihre magische Fähigkeit, sondern ganz eindeutig ein Fehler, der eigentlich nicht passieren sollte. Noch gravierender für mich war allerdings, dass ich viel zu oft ein Déjà-vu-Gefühl hatte, vieles habe ich schon einmal gelesen, ich hatte fast das Gefühl als wären Versatzstücke aus anderen Romanen genommen worden und zu einem neuen Roman zusammengeworfen worden. Und dadurch war für mich auch vieles vorhersehbar, zum Beispiel auch der Plottwist gegen Ende.

Für mich wirkte zudem die Liebesgeschichte nicht authentisch. Ich bin generell kein großer Fan von Liebesgeschichten, doch wenn sie stimmig ist und zur Geschichte passt, ist es für mich okay. Hier wirkte es für mich sehr aufgesetzt, die Gefühle kamen bei mir nicht an.

Dennoch habe ich die Geschichte nicht ungern gelesen, die Welt und das Magiesystem sind interessant, es gibt Charakteren, denen ich gerne wieder begegnen würde, und ja, ein bisschen bin ich auch gespannt, wie es weitergehen wird. Ich werde also den zweiten Band vielleicht doch lesen.

Leider konnte mich der Roman, trotz interessanter Welt, Magiesystem und Charakteren, nicht richtig überzeugen, dafür hatte ich zu oft ein Déjà-vu-Gefühl, auch die Inhaltlichen Fehler störten mich, sowie die nicht überzeugende Liebesgeschichte. Wahrscheinlich werde ich den zweiten Band trotzdem lesen, denn ich bin neugierig, wie es weitergeht.