Starker Anfang, dann verlor sich die Spannung ein wenig

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hapedah Avatar

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Nach einem illegalen Kartenspiel werden Zara Nightjar und der geheimnisvolle Crane verhaftet - einige endlos scheinende Wochen später erhält Zara das Angebot, an einem Wettkampf unter Dieben teil zu nehmen, bei dem nur die Besten überleben. Zu ihrer Überraschung ist auch Crane unter den Auserwählten, um ihre Chancen zu verbessern, sieht sich sich gezwungen, eine Zweckallianz mit ihm einzugehen, obwohl sie ihm aus tiefstem Herzen misstraut. Dennoch fühlt sie sich mehr und mehr zu ihm hin gezogen und auch Crane muss sich eingestehen, dass Zara ihm nicht so gleichgültig ist, wie er behauptet. Doch welche Ziele verfolgt er wirklich?

"The Crane and the Nightjar" von Ada Bailey ist der Auftaktband einer Fantasy-Dilogie, der stark anfängt, im Lauf der Handlung aber leider nachlässt. Der Einstieg in die Geschichte hat mich sofort gefesselt, ich hatte eine gute Vorstellung von dem dystopisch anmutendem Hintergrund und das Magiesystem fand ich auf spannende Weise einzigartig. Zara und Crane waren mir sympathisch, auch wenn sich besonders Letzterer sehr geheimnisvoll gab. Bis kurz vor dem Ende hatte ich zwar eine Ahnung, woher er gekommen sein könnte und welche Rolle er vielleicht in dem maroden Königreich inne hat, aber selbst die Kapitel aus seiner Perspektive verrieten kaum etwas über seine Ziele oder auch nur seine wirkliche Persönlichkeit.

Zara dagegen habe ich im Lauf der Handlung etwas besser kennen lernen können, wodurch ich mit ihr ganz besonders mit gefiebert habe. Dennoch hat sich die Spannung um die Prüfungen herum ein wenig abgeflacht, dann kamen auch noch einige Fehler vor, die mich deutlich irritiert haben. Personen, die während einer Zusammenkunft abwesend waren, haben z.B. plötzlich dies oder das getan, worüber eine weitere (ebenfalls abwesende) Person die Augen verdrehte - am Ende sind sie doch nicht da gewesen und hatten nicht mit bekommen, worüber sie kurz zuvor angeblich Witze gerissen hätten. Das hat mich im Lesefluss sehr gestört, zumal solche Ungenauigkeiten mehrmals passiert sind - wenn die Autorin in ihrer Danksagung nicht auch eine Lektorin erwähnt hätte, wäre meine Vermutung gewesen, dass man sich das Lektorat gespart hat.

Fazit: Der fesselnde Einstieg ließ auf ein wunderbares Leseerlebnis hoffen, leider verlor sich die Spannung dann in einigen Längen und Unkorrektheiten. Das Ende hat mich zwar neugierig zurück gelassen, aber ganz sicher bin ich nicht, ob ich mir den zweiten Band zu Gemüte führen möchte.