Hörsaal-Ikone trifft auf Hollywood-Hai

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saskian Avatar

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Ehrlich gesagt hat mich der Einstieg direkt gepackt, weil Natasha Grover so herrlich menschlich rüberkommt. Da sitzt sie in ihrem Englischseminar in Florida, die Luft steht vor dem Gewitter, und während ihre Studenten sie als feministische Ikone feiern, brennt auf ihrem Handy die Hölle. Ihr Bestseller The Colony soll verfilmt werden, aber statt einer intellektuellen Serie plant das Studio unter Regisseur Ram Braverman offenbar eine Art „Dirty Version“ mit ordentlich Sex-Sell-Faktor.

​Was mir an der Leseprobe besonders gefällt, ist dieser krasse Kontrast: Auf der einen Seite die Studentin mit dem Fan-Tattoo, für die das Buch ein „weiblicher Mythos“ ist, und auf der anderen Seite der schleimige Hollywood-Druck, der Tashs Vision in einen Push-up-BH zwängen will. Tash ist dabei keine unbesiegbare Heldin, sondern eine Dozentin mit Zukunftsängsten, die am liebsten unter dem Bett abtauchen würde, statt zum geschäftlichen Abendessen zu gehen.

​Ich möchte das Buch unbedingt weiterlesen, weil ich wissen will, wie Tash aus dieser Nummer wieder rauskommt. Schafft sie es, ihr Werk gegen die „Zuhältervision“ von Braverman zu verteidigen, ohne ihre Karriere komplett zu ruinieren? Und vor allem: Wie wird dieses erste Treffen mit dem Regisseur laufen, wenn sie eigentlich schon jetzt kurz davor ist, die Beherrschung zu verlieren?