Eine feministische, glaubwürdige und romantische Liebesgeschichte

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annnna97 Avatar

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Dieser Roman hat es geschafft mit vielen Clichés und Regeln des Romance -Genres zu brechen, aber gleichzeitig eine romantische und glaubwürdige Liebesgeschichte zu erzählen.
Wenn man sich ein bisschen mit dem Thema Feminismus beschäftigt, merkt man schnell wie viele alte Rollenbilder und fragwürdige Verhaltensweisen noch im Großteil der aktuellen Liebesromane reproduziert und romantisiert werden, was es für mich doch oft schwer macht diese richtig zu genießen, obwohl ich das Genre an sich sehr gerne mag. Man stellt sich dann doch oft die Frage, ob ein "feministischer" Liebesroman überhaupt funktionieren könnte. Diese Frage hat sich mir mit diesem Roman nun endlich beantwortet!

Tash ist ein sehr interessanter, starker und komplexer Charakter. Sie ist auch teilweise ein bisschen anstrengend, was aber zu ihrem Charakter passt und durch ihre Erfahrungen begründet bzw. realistisch ist. Caleb hingegen ist der perfekte Love Interest: selbstbewusst, empathisch und respektvoll. Auch Tashs Freundinnen fand ich super als Charaktere.
Sehr positiv überrascht hat mich, dass es keinen "Spice" gibt trotz des Titels und Thema des Buches, was natürlich sehr subversiv und meta ist. Auch die Einblicke hinter die Kulissen Hollywoods fand ich interessant und der Konflikt zwischen kommerziellen Interessen bzw. der profitgeleiteten Filmindustrie und der künstlerischen Integrität ist sehr spannend, vielschichtig und immer aktuell.
Super gefallen hat mir auch, dass Tash eine glaubwürdige Entwicklung im Laufe des Romans durchgeht und trotzdem ihren Werten und Prinzipien bis zum Ende treu bleibt.
Ich hätte mir nur noch ein bisschen mehr Humor und Leichtigkeit gewünscht, dann hätte es die ernsten Themen noch ein bisschen aufgelockert. Außerdem fand ich den Schreibstil an manchen Stellen ein bisschen komisch, was aber auch an der Übersetzung liegen könnte.

Alles in allem auf jeden empfehlenswert, besonders für alle, die sich für Feminismus interessieren und oft mit Rollenbildern in Liebesromanen hadern!