Respektabel, aber kein wow

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yvonnchen Avatar

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Das Cover ist echt stark – schlicht, ein bisschen frech, genau das richtige Maß an "schau mich an". Das passt gut zum Ton des Buchs.

Die Idee ist eigentlich auch stark: Die Autorin Tash soll ihre feministische Dystopie für Hollywood aufpeppen – sprich, ihre komplexen Kriegerinnen in Augenfutter verwandeln. Das ist eine echt gute Idee, weil sie ein echtes Problem aufgreift: wie die Unterhaltungsindustrie mit weiblicher Sexualität umgeht. Caleb ist ein Gegenspieler und Interessent und eine Figur, die Kahn durch die Berichterstattung rund um die Normal-People-Adaption inspiriert hat. Er ist sozusagen der Intimacy Coordinator. Das ist ein cleverer Zug.

Der Schreibstil ist flüssig und witzig, manchmal vielleicht einen Tick zu bemüht locker. Tash ist als Figur echt rübergebracht, aber irgendwie auch immer auf Abwehr eingestellt, was einen irgendwann echt nur noch nervt. Caleb ist ein guter Kontrast, aber er ist etwas blass.

Für ein Debüt ist das echt respektabel. Wer auf Enemies-to-Lovers steht und etwas Substanz dazu will, wird hier gut bedient. Wenn du explizitere Inhalte suchst, schau woanders – trotz des Titels ist es eher eine Closed-Door-Romance.