Über kreative Freiheit bei Romanadaptionen in Hollywood

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Um mit dem Cover zu beginnen, in der deutschen Ausgabe wird ein Doppelbett mit den zwei stehenden Hauptfiguren gezeigt, während in der englischen Version der Strand der versteckten Lagune in Florida bei Sonnenuntergang mit beiden sitzenden Figuren dargestellt ist, jeweils mit einem sichtbaren Mikrofon am Filmset. Beide Szenerien entsprechen Beschreibungen im Roman, wirken aber nicht sehr künstlerisch, durch die Farbgebung eher frisch und jugendlich.
Die Geschichte dreht sich um die Verfilmung eines erfolgreichen, feministischen Romans und um die juristische Vertragsgestaltung bei Selbstbestimmung kreativer Freiheiten. Die Autorin Natascha, auch Tash genannt, kämpft um die künstlerische Erhaltung der Botschaft in ihrer Dystopie, während der Hollywood Regisseur Ram, ein Macho-Typ mit Vorliebe für harte Kampf- und Sexszenen, mehrere Kapitel umgestalten will nach dem Motto: Sex sells.
Zwischen diesem Konflikt des Erhalts der eigenen Vision und den Erwartungen der Filmbranche verfolgt man die fachliche und emotionale Entwicklung der Hauptfigur Tash, die übervoll angefüllt ist mit Männerhass, Wut, Vorurteilen und Angst.
Zur Unterstützung bei der Ausarbeitung der Drehbuchszenen kommt Caleb, ein erfahrener, sehr einfühlsamer Intimitätskoordinator, ins Spiel. Während Tashs Verhalten stellenweise wenig reflektiert und impulsiv wirkt, spielt Caleb menschlich überzeugend, professionell und authentisch die vermittelnde Rolle in seiner ruhigen, geduldigen und sensiblen Art. In beider Zusammenarbeit spielt Vertrauen eine große Rolle, die für viel Dynamik zwischen romantischen Szenen in Florida sorgt.
Die Darstellung der Konflikte zwischen kommerziellen Interessen Hollywoods bei der Vermarktung erfolgreicher Romane und der künstlerischen Mitbestimmung des Autors ist interessant. Der starke, mutige Charakter der Hauptfigur Trash wächst bis zu ihrer finalen, gelungenen Meeting-Performance in Sachen kreativer Kontrolle über ihr Werk und ihre private Liebesbeziehung.