unterhaltsam

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bobbember Avatar

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„The Dirty Version“ ist ein unterhaltsamer, moderner Roman, der mit einem spannenden Blick hinter die Kulissen der Filmbranche punktet. Ich habe mich beim Lesen wirklich gut unterhalten gefühlt – 4 Sterne.

Im Mittelpunkt steht Tash, deren feministischer Roman endlich verfilmt werden soll. Doch statt einer authentischen Umsetzung droht schnell die typische Hollywood-Schiene: mehr Action, mehr Klischees – und vor allem mehr Sex. Der Regisseur will eine „aufgepimpte“ Version der Geschichte, und Tash muss sich plötzlich mit einer völlig anderen Interpretation ihres eigenen Werks auseinandersetzen. Unterstützung bekommt sie von Caleb, einem Intimitätskoordinator, der eigentlich für die Umsetzung der pikanten Szenen zuständig ist – dabei aber deutlich mehr Feingefühl und Verständnis für echte Nähe mitbringt, als Tash erwartet hätte.

Besonders gefallen hat mir die Mischung aus Humor, Gesellschaftskritik und Romantik. Der Roman greift auf eine kluge und oft augenzwinkernde Weise Themen wie kreative Kontrolle, Sexismus in der Unterhaltungsindustrie und Selbstbestimmung auf. Gleichzeitig entwickelt sich zwischen Tash und Caleb eine schöne, glaubwürdige Dynamik, die dem Buch viel Herz verleiht.

Die Geschichte ist locker erzählt, mit vielen witzigen Dialogen und einer angenehmen Leichtigkeit, ohne dabei völlig oberflächlich zu sein. Allerdings bleibt manches ein wenig vorhersehbar, und nicht alle Konflikte werden so tiefgehend ausgearbeitet, wie sie es vielleicht verdient hätten.

Trotzdem ist „The Dirty Version“ eine charmante, kluge und unterhaltsame Lektüre über das Spannungsfeld zwischen Kunst und Kommerz – und über eine Liebe, die sich nicht an vorgegebene Drehbücher hält.