Lauwarm mit liederlichem Lektorat

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Klappentext und Leseprobe versprachen einen messerscharfen Thriller:

Natalie hat mit James die Liebe ihres Lebens gefunden. Überschattet wird ihr Glück von ihrer Vergangenheit: Ihre drei Ex-Freunde kamen alle ums Leben, und jedes Mal war Natalie in der Nähe. Ist sie ein Monster, das für die Todesfälle verantwortlich ist, auch wenn sie sich an die Taten selbst nicht erinnern kann? Mithilfe ihrer Therapeutin versucht sie, ihre Vergangenheit, die seit Kindheitstagen von Gewalt geprägt war, aufzuarbeiten.

Was war ich gespannt auf dieses Buch! Das Cover fand ich sehr anziehend, die Grundidee der Story unglaublich interessant. Female rage? Ja bitte! Bekommen habe ich dann eine lauwarme Geschichte, die zu gewollt und konstruiert daherkommt. Der Anfang las sich spannend. Ab der zweiten Hälfte hatte ich zwischenzeitlich das Gefühl, das ein anderer Autor das Schreiben übernommen hätte. Der Schreibstil war zum Ende hin dann wieder angenehmer. Allerdings reihte sich dann ein unglaubwürdiger Plot Twist an den nächsten, so dass ich irgendwann auch den Überblick und die Lust an der Geschichte verloren hatte. Die Zeitsprünge in die Vergangenheit und die Wiedergabe der Ereignisse aus unterschiedlichen Perspektiven haben mir hingegen gut gefallen. Alles in allem hätte die Geschichte jedoch deutlich kürzer sein können.

Ein paar Anmerkungen zu Übersetzung und Lektorat: Beides ist deutlich ausbaufähig, um nicht zu sagen - mies. Sätze ergeben teilweise keinen Sinn, ganze Wörter fehlen, dafür gibt’s an anderer Stelle unnötige Wortwiederholungen, Redewendungen werden falsch wiedergegeben, ebenso die Nutzung von wie und als zur Unterscheidung von Vergleichen. Mich stört so etwas enorm im Lesefluss und vermiest mir mein Leseerlebnis.

Fazit: Eine nette Geschichte, die ich jedoch nicht als Thriller und schon gar nicht als „messerscharf“ bezeichnen würde. Vielleicht ein Spannungsroman mit psychologischen Ansätzen. Kann man lesen, muss man aber nicht.