Mehr Psycho als Thriller

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hapedah Avatar

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Als Natalie James kennenlernt, glaubt sie, endlich den Richtigen gefunden zu haben, nachdem sie zuvor nur negative Erfahrungen mit Männern gemacht hatte. James ist freundlich, aufmerksam und liebevoll, die gegenseitige Vereinbarung, sich nicht über die Vergangenheit auszutauschen, scheint das beste Rezept für eine glückliche Ehe zu sein. Das ändert sich allerdings, als James eines Tages die Briefe findet, die Natalie an ihre Ex-Freunde geschrieben hat - denn jeder der Verflossenen ist zum Ende der jeweiligen Beziehung zufällig ums Leben gekommen.....doch waren es wirklich zufällige Unglücke? Und was bedeutet das jetzt für James?

"The Exes" von Leodora Darlington ist eine Geschichte, die sich zwar ganz nett lesen ließ, für mich in Puncto Spannung aber leider nicht gehalten hat, was der Klappentext versprach, nach einem durchaus fesselnden Einstieg hat sich das Ganze dann etwas zähe in die Länge gezogen. Dass keine der Figuren ein wirklicher Sympathieträger war, hat sich meiner Meinung nach nicht unbedingt negativ auf das Leseerlebnis ausgewirkt, allerdings fand ich gerade Natalie leicht verschwommen charakterisiert. Dadurch konnte ich mich ihr weder im positiven noch im negativen Sinne emotional annähern.

Dabei hat die Grundidee durchaus Potential, die Ungewissheit, ob Natalie für den Tod ihrer Ex-Freunde verantwortlich ist, James´ Umgang mit diesem heiklen Thema und die familiären Verstrickungen hätten Stoff für einem fesselnden Thriller geboten, die immer wieder eingefügten Rückblenden in die Vergangenheit haben jedes Mal eine Prise Spannung mit sich gebracht. Die Gegenwart hat sich dann aber eher um die psychischen Belange der Protagonistin gedreht - auch dass hätte zum Nervenkitzel beitragen können, allerdings hatte ich eher den Eindruck, dass sich die Handlung zum Ende hin reichlich verworrenen entwickelt, bis der unübersichtliche Knoten endlich aufgelöst wird.

Fazit: Das Potential dieses Romans ging leider teilweise zwischen langatmigen Kapiteln und schwer überschaubaren Handlungssträngen verloren, wodurch es mir schwer fiel, emotional in die Handlung einzutauchen.