Psychologisch raffiniert, tiefgründig und überraschend bis zur letzten Seite

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Neben der Gegenwart, in der Natalie mit James zusammen ist, springen wir immer wieder in ihre Vergangenheit. In verschiedene Lebensphasen, zu unterschiedlichen Ex-Beziehungen, zu Momenten, die tiefe Spuren bei Natalie hinterlassen haben. Am Anfang wirkt das Ganze wie ein Puzzle, bei dem man noch nicht weiß, welches Teil wohin gehört. Aber die Autorin schafft es auf den nachfolgenden Seiten, jeden Faden wieder aufzunehmen. Was erst wirr erscheint, entpuppt sich rückblickend als sehr klug konstruiert.

Natalie ist so vielschichtig, dass die paar Zeilen hier gar nicht ausreichen, um sie zu beschreiben. Wir erleben vor allem tiefe Gedanken in einen Mensch, der viel durchgemacht hat - selber aber auch nicht unschuldig ist. Diese Spiel zwischen Engel und Teufel war einfach nur genial inszeniert. Zudem werden zwischen den Zeilen wichtige Themen angesprochen.

Hervorheben möchte ich auch den Schreibstil: melodisch, tiefgründig, voller Metaphern, aber trotzdem total flüssig zu lesen. Außerdem ist die Anzahl der kleinen Plot-Twists mit großer Wirkung hier schon fast absurd. Eine Theorie zu entwickeln ist hier sinnlos. Das Ende hab ich bis jetzt zwar nicht ganz verstanden, aber je länger ich drüber nachdenke - vielleicht war auch das genau der Plan haha.

Fazit: Die Geschichte könnte wahrscheinlich auch ein Roman sein, weil es kein klassischer Thriller ist. Aber ob Roman oder Thriller…für mich war die psychologische Tiefe hier brutal genial in Zusammenspiel mit der Erzählweise, dem Schreibstil. Ich bin ohne große Erwartungen reingegangen und hab unfassbar viel bekommen.