Zum Ende wird es spannend

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hoelzchen Avatar

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Ein Buchcover mit kräftigen Farben, welches sofort ins Auge sticht und ein Klappentext der neugierig macht auf das Debüt von Leodora Darlington. Nathalies Ex-Freunde sind alle jung verstorben, das ist schon sehr auffällig an dieser Protagonistin. Sie hat eine enge Beziehung zur ihrer jüngeren Schwester Claire, die in Kalifornien lebt, Nathalie wohnt in London. Zu ihrer Mutter hat sie den Kontakt abgebrochen, ihr Vater lebt nicht mehr. Nach ihren letzten Männerbeziehungen, die alle mit Todesfällen endeten, möchte sie Single bleiben. Doch dann verliebt sie sich in ihren Chef James und die beiden heiraten. Nathalie wünscht sich ein Kind, aber es beginnt in der Ehe zu kriseln. Auslöser ist Natalies Vorleben, James hat herausgefunden, was passiert ist. Natalie holt sich Hilfe von einer Therapeutin, sie graben in Natalies Vergangenheit und stellen fest, dass es auch in James Leben ziemlich viele Ungereimtheiten gibt, die Natalie gefährlich sein könnten. In dieser kurzen Zusammenfassung klingt der Roman nach einem rasanten und raffinierten Thriller, doch tatsächlich braucht es einen langen Atmen, bis die eigentliche Handlung an Fahrt aufnimmt und man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag. Während der ersten Hälfte des über 460 Seiten starken Romans, musste ich mich schon sehr disziplinieren weiterzulesen. Die Geschichte plätschert so dahin. Es sind kurze Kapitel, die Einblicke in Natalies Leben gewähren. Ständig gibt es Zeitensprünge von damals ins jetzt und wieder zurück von jetzt ins damals. Von Ex-Freund zu Ex-Freund und immer wiederkehrende Perspektivwechsel der Figuren. Dabei den roten Faden zu behalten erfordert Konzentration und zunehmend stellt sich die Frage, worauf wird es hinauslaufen. Wenn diese Durststrecke überwunden ist, kommt in der zweiten Buchhälfte endlich Spannung auf und es scheint, als sei bei der Autorin endlich der Knoten geplatzt. Der Roman gewinnt an Tempo und erhält ansatzweise ein Hauch von Thriller. Die Entwicklungen, die sich im letzten Drittel auftun sind gut durchdacht und der Plot ist überraschend. Somit hat mich das Ende dann doch noch positiv gestimmt. Alles in allem hätte die Autorin gut daran getan, den Roman zu kürzen und zu straffen, um ein spannendes Leseerlebnis zu bieten. Ihr moderner und flüssiger Schreibstil passt zum Genre Thriller und ich würde auch weitere Bücher von ihr lesen. Für diesen Debütroman kann ich allerdings nur bedingt eine Weiterempfehlung aussprechen.