mehr Parfüm bitte

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kgranger Avatar

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Ich bin mit ziemlich klaren Erwartungen an The French Escape herangegangen: eine sinnliche Romance rund um Düfte, Kreativität und die Magie von Parfüm. Das Cover mit dem Parfümflakon hat diese Hoffnung noch verstärkt. Umso größer war leider meine Enttäuschung, dass genau dieser Aspekt im Buch nur eine sehr kleine Rolle spielt.

Im Mittelpunkt steht Timothée, Erbe einer berühmten Parfümdynastie, der trotz seines außergewöhnlichen Geruchssinns an der entscheidenden Prüfung zum Parfümeur scheitert. Auf der Flucht vor seinen eigenen Ansprüchen landet er in Cannes. Dort trifft er auf Amber, einen gefeierten Hollywoodstar, der zwar im Scheinwerferlicht lebt, sich aber innerlich oft allein fühlt. Ihre Begegnung bei den Filmfestspielen wirkt zunächst wie ein Schicksalsmoment – sie inspiriert Timothée neu, sie fühlt sich von ihm angezogen.

Die Grundidee klingt wunderschön, doch in der Umsetzung lag für mich das Problem: Statt sich intensiv mit Düften, Emotionen und der Parfümherstellung zu beschäftigen, dreht sich die Geschichte überraschend viel um Hollywood, Ruhm und das Leben im Rampenlicht. Das Parfüm-Thema bleibt eher Beiwerk, obwohl es eigentlich das Herz der Geschichte sein sollte.

Auch die Liebesgeschichte zwischen Timothée und Amber konnte mich emotional nicht richtig abholen. Ihre Verbindung blieb für mich zu oberflächlich, ich habe die Tiefe und das Knistern zwischen den beiden kaum gespürt. Vieles wird erzählt, aber wenig wirklich fühlbar gemacht.

Insgesamt ist The French Escape kein schlechtes Buch – es liest sich flüssig und hat eine schöne Kulisse –, aber es blieb für mich hinter seinem Potenzial zurück. Wer eine glamouröse Geschichte über Cannes und Hollywood sucht, wird hier eher fündig als Leser:innen, die sich auf eine intensive Duft-Romance freuen.