Timber’s Duft

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Mir hat Ambers und Timothées Geschichte sehr gut gefallen. Wobei man wissen sollte, dass es im zweiten Band mit anderen Protagonisten weiter geht und hoffentlich Timothées Part dort weitererzählt wird, denn dieser ist noch nicht final aufgeklärt worden.

Generell hat mir sehr gut gefallen, dass es nicht wie in vielen anderen Büchern zwei Erzählperspektiven gibt, jedoch nur einen Leitfaden, der doch immer ein wenig mehr Fokus bei einer einzelnen Person hat. Hier bringen beide Protagonisten ihre eigene Storyline mit, die im Buch mehr oder weniger gemeinsam verfolgt wird. Amber und Timothée agieren und handeln als eigene Individuen und nicht wie eine verliebt-verschmolzene Einheit. Das brachte mir beide näher und ich konnte mit beiden gleichermaßen mitfühlen und fiebern.

Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat ist, dass sie mit ihren eigenen Geschichten zusammengeführt wurden, aber es sich zu keinem Zeitpunkt erzwungen angefühlt hat. Dieses Buch kommt ohne künstliches Drama aus und überzeugte mich mit Charakteren, die beweisen, dass auch aufgeschlossene, lebensfrohe und freundliche Persönlichkeiten lesenswert und erlebenswert sind.
In anderen Büchern ist oft ein Charakter sehr verschlossen oder abweisend, das war hier das komplette Gegenteil und für mich daher eine Bereicherung in diesem Genre.

Auch das Thema rund um die Parfümerie und Düfte war sehr spannend und genau richtig eingebracht worden. Es wurde nicht übertrieben forciert, noch über Herstellungsprozesse, etc. ausschweifend erzählt. Viel mehr war es interessant und allgemein lehrreich auf einer entspannten Art und Weise.

Wenn ich etwas Kritik üben wöllte, müsste ich lange überlegen. Amber scheint in ihrer Vergangenheit viel Arbeit mit sich selbst und ihren Beziehungen betrieben zu haben. Es kommen immer wieder Anmerkungen von ihr, die zunächst erwachsen wirken,- doch auf dem zweiten Blick viel aus der Psychotherapie kommen. Prinzipiell ist das nichts Negatives, ich denke nur, dass viele beim Lesen mehr davon profitieren würden, wenn zu den Themen noch der ein oder andere Satz mehr gefallen wären, als z.B. nur ein guter Ratschlag gewesen zu sein. Es hätte z.B. mehr im Kontext erzählt werden können.

Einzig und alleine das ständige Zwinkern der Charaktere ließ mich selber – natürlich nur bildlich – die Augen rollen. Vielleicht liegt das an meinen eigenen Erfahrungen, aber ich kenne keine Menschen, die generell und so oft Zwinkern, wie es hier der Fall war.

Eigentlich lese ich lieber Geschichten mit bleibenden Protagonisten, aufgrund der buchübergreifenden Storyline, freue ich mich aber diesmal auf Band zwei und bin gespannt, wie die Autorin den Band literarisch gestaltet.