Zwischen Duft, Fernweh und leisen Gefühlen

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Das Cover hat mich sofort angesprochen. Die zarten Farben, das elegante Design und die rosafarbenen Seiten wirken hochwertig und passen thematisch perfekt zur Story.
Der Schreibstil von Sarah Fleury ist sehr angenehm zu lesen. Er ist ruhig, flüssig und atmosphärisch. Besonders die Beschreibungen der Orte und Gerüche wirken durchdacht, ohne sich in Details zu verlieren. Man merkt schnell, dass hier viel Wert auf Atmosphäre gelegt wird. Die Geschichte liest sich insgesamt leicht, fast entschleunigend, und eignet sich gut für ruhige Lesestunden, in denen man einfach abschalten möchte.

Inhaltlich begleiten wir Timothée und Amber, zwei Menschen, die trotz äußerem Erfolg an sehr unterschiedlichen Punkten feststecken. Die Grundidee und das Setting fand ich spannend und auch gut gewählt. Gerade das Parfüm-Thema bringt eine besondere Note in die Geschichte und hebt sie leicht von anderen New Adult Romanen ab.
Die Beziehung zwischen Amber und Timothée entwickelt sich ruhig und ohne großes Drama. Das mochte ich grundsätzlich, weil sich ihre Verbindung dadurch natürlicher anfühlt. Beide tragen ihre eigenen Unsicherheiten und Altlasten mit sich herum, was sie menschlich macht. Gleichzeitig war mir die Handlung insgesamt zu vorhersehbar. Viele Entwicklungen konnte ich schon früh erahnen, und größere Überraschungen blieben leider aus. Hinzu kommt, dass sich das Buch stellenweise etwas zieht. Einige Passagen hätten für mich kürzer sein dürfen, ohne dass die Story darunter gelitten hätte.
Auch Ambers Charakter hat bei mir gemischte Gefühle ausgelöst. In manchen Momenten wirkt sie reflektiert und sympathisch, in anderen wiederum sehr naiv, gerade im Umgang mit ihrer Vergangenheit. Das Thema emotionale Abhängigkeit wird angeschnitten, hätte für meinen Geschmack aber klarer eingeordnet oder sensibler aufgearbeitet werden können.
Timothée hingegen mochte ich insgesamt etwas lieber. Sein innerer Konflikt zwischen all den Erwartungen, Selbstzweifeln und seinem Wunsch nach einem eigenen Weg war für mich greifbarer.
Was dem Buch definitiv zugutekommt, ist die durchgehend stimmige Atmosphäre. Das Setting und der sommerliche Flair tragen viel dazu bei, dass man sich beim Lesen wohlfühlt, auch wenn die Handlung nicht konstant spannend ist.

Fazit:
"The French Escape" ist eine ruhige, atmosphärische Geschichte mit einem schönen Setting, einer interessanten Grundidee und einem angenehmen Schreibstil. Für mich hatte die Geschichte jedoch einige Längen und blieb inhaltlich zu vorhersehbar, um mich komplett zu überzeugen.
3,5/5 Sterne