Unterhaltsame Geistergeschichte mit cozy Vibes

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feliz Avatar

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Ich bin immer etwas zwiegespalten, was comicartige Cover von Büchern angeht, aber hierbei passt es perfekt. Es bildet die Charaktere perfekt ab, ohne die eigene Vorstellungskraft einzuschränken und passt perfekt zum Vibe des Buches.

Die Story fand ich ebenfalls sehr vielversprechend: Die Familie von Melody Bittersweet ist alles andere als normal, schließlich können sowohl sie als auch ihre Mutter und Großmutter die Geister Verstorbener sehen und mit ihnen kommunizieren. Während diese die Verstorbenen im Auftrag der Hinterbliebenen nach Testamenten oder verlegten Dingen fragen, gründet Melody mit ihrer besten Freundin Marina die Girls Ghostbusting Agency. Ihr allererster Auftrag ist es, Geister aus einem alten Herrenhaus zu vertreiben. Die drei Brüder sind, seit einer von ihnen gewaltsam zu Tode kam und die anderen nach und nach ebenfalls starben, in dem Haus gefangen. Gemeinsam mit Marina, dem Auszubildenden Artie, der von seinem toten Vater empfohlen wurde und dem Mops Lestat muss Melody also einen jahrzehntealten Mordfall lösen, damit die Geister endlich ihre Ruhe finden können. Doch dabei kommt ihnen immer wieder Leo Dark, Melodys Ex und ein bekanntes Fernseh-Medium in die Quere, der unbedingt für seine Show filmen will und ihr Herz immer noch schneller schlagen lässt. Und dann ist da auch noch der Journalist Fletcher, der Melodys Gabe für Betrug hält, dies unbedingt beweisen will und dennoch kaum aufhören kann, mit ihr zu flirten.

Ich war mir nicht ganz sicher, was ich erwarten sollte, aber ich hatte Lust auf ein cozy Fantasy-Buch und dieses hat mich wirklich gut unterhalten. Das liegt auch an dem fesselnden Schreibstil. Ich habe ein bisschen gebraucht, um mit ihm warm zu werden, aber nachdem ich mich erstmal daran gewöhnt habe, bin ich nur so durch die Geschichte geflogen. Ich mochte die leichte Art und den Humor, mit dem die Story erzählt wird. Dadurch habe ich kaum gemerkt, wie die Seiten verfliegen und wie schnell das Buch vorbei war.

Das liegt auch daran, dass ich die leicht weirden Charaktere sehr schnell in mein Herz geschlossen habe. Sie alle haben ihre Eigenarten, sind aber trotzdem nicht weniger liebenswert. Ich mochte Melody schon ab der ersten Seite wirklich gerne, weil sie alles versucht, um unabhängig von ihrer Familie zu sein, aber ihre Mutter und ihre Großmutter dennoch zu schätzen weiß. Dadurch wird deutlich, wie komplex die Beziehung ist, sie aber gleichzeitig immer für einander sind. Ich mochte aber besonders, wie sehr sie sich für Artie einsetzt. Er ist alles andere als ein selbstbewusster junger Mann, aber Melody nimmt ihn trotzdem ernst und sorgt damit dafür, dass er immer mehr aus seinem Schneckenhaus kommt. Ich fand ihn mit zunehmendem Verlauf des Buches immer unterhaltsamer, vielleicht auch weil man nie ganz genau weiß, was er ernst meint und was nicht. Grundsätzlich waren die Interaktionen der Charaktere mein Highlight an dem Buch. Ich fand es spannend, wie normal Melody mit Geistern umgeht und egal wie schwierig sie sind, zumeist großes Verständnis für sie aufbringen kann. Dadurch erfährt man viel mehr über deren Leben und kann besonders bei diesem ungelösten Mordfall selbst seine Vermutungen anstellen.

Alles in allem habe ich das Buch deutlich mehr genossen als ich erwartet habe, wahrscheinlich auch weil ich keine großen Erwartungen hatte. Ich habe die Charaktere wirklich schnell ins Herz geschlossen und die Mischung aus Cozy-Fantasy und Mordermittlung extrem gerne gelesen. Ich freue mich schon auf den nächsten Teil, auch weil ich wissen will, welcher der beiden Männer Melody näherkommen wird.