Enttäuschend

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lin8208 Avatar

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Die erste Hälfte des Buches liest sich angenehm schnell. Der Schreibstil ist flüssig und leicht zugänglich, die Grundidee der Geschichte zwar nicht besonders anspruchsvoll, aber durchaus interessant genug, um zunächst am Ball zu bleiben. Durch die Konstellation von FBI-Agent und Zielperson entsteht von Beginn an ein klarer Konflikt, der sich erwartungsgemäß weiter zuspitzt. Allerdings wirkt genau diese Entwicklung recht vorhersehbar.
Im weiteren Verlauf rückt der eigentliche „Fall“ zunehmend in den Hintergrund, wodurch die Handlung immer stärker wie reine Fiction erscheint und an Realitätsnähe verliert. Die Geschichte wirkt zunehmend überromantisiert, und man wünscht sich mehr Glaubwürdigkeit sowie mehr inhaltliche Tiefe. Auch die Charaktere bleiben trotz der eigentlich gewichtigen Themen, mit denen sie sich befassen, eher oberflächlich und entwickeln keine wirkliche Tiefe.
Nach der ersten Hälfte wird das Lesen zunehmend schleppend, da die Spannung spürbar abnimmt und die Handlung kaum noch anzieht. Die anfänglich noch „entspannt“ wirkende Erzählweise erscheint später eher platt. Auch der erwartbare Kipppunkt scheint von Beginn an unausweichlich, wodurch zusätzliche Spannung verloren geht. Man ahnt früh, worauf alles hinausläuft. Insgesamt hinterlässt das Buch daher einen eher enttäuschenden Eindruck.